Handy, Tablet, Laptop: Was das Aufladen im Jahr kostet

14. März 2017, 09:30
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Das tägliche Befüllen des Akkus von iPhone und Co erweist sich als unscheinbare Kostenstelle

Smartphone und Notebook gehören mittlerweile zur Grundausrüstung des digitalen Alltags. Als Multifunktionswunder aus Telefon, Kamera und Online-Kommunikator begleitet uns ersteres Gerät fast ständig, während der Laptop zum Einsatz kommt, wenn zwischendurch produktive Arbeit zu erledigen ist. In so manchen Haushalten wird die Ausstattung auch noch durch ein Tablet ergänzt.

Was alle drei Geräte gemeinsam haben, ist ein Akku, der sie auch ohne Verkabelung mit einer Steckdose laufen lässt. Der muss freilich aufgetankt werden und Strom gibt es bekanntlich nicht umsonst. Doch was kostet eigentlich das Aufladen von Handy, Tablet und Laptop? Der WebStandard ist dieser Frage auf den Grund gegangen.

Grundlagen

Jede Berechnung braucht Grundlagen. Dies sind in diesem Falle der durchschnittliche Strompreis, die Kapazität des jeweiligen Akkus sowie die Häufigkeit des Aufladens. Österreichische Privathaushalte zahlten laut Selectra.at Anfang 2016 pro Kilowattstunde (kWh) 21,6 Cent.

Dazu wird davon ausgegangen, dass der Akku eines Gerätes einmal täglich vollständig neu geladen wird. Dazu wird für den Ladevorgang ein üblicher Wirkungsgrad von 70 Prozent angenommen, 30 Prozent der Energie gehen zwischen Ladegerät und Akku als Abwärme und Strahlung in die Umgebung über.

Smartphones

Als erstes Beispiel für ein Smartphone wird das iPhone 7 herangezogen. Dessen Akku wird mit einer Kapazität von 1.960 mAh angegeben. Zur Errechnung des Verbrauchs ist jedoch das Verbrauchsäquivalent wichtig. Dazu wird dieser Wert mit der beim Ladevorgang genutzten Spannung (bei Smartphoneakkus in der Regel 3,8 Volt) multipliziert. Der Akku des iPhone 7 kommt somit auf 7.448 mWh (Milliwattstunden) an Stromverbrauch bei einer täglichen Ladung. Praktisch sind es allerdings aufgrund der Verlustleistung 10.640 mWh, die aufgewendet werden müssen.

Über das Jahr, also 365 Tage, ergibt sich somit ein Verbrauch von 3.883.600 mWh, oder auch 3,88 kWh Strom. Multipliziert mit dem durchschnittlichen Strompreis lassen sich so jährliche Ladekosten von knapp 84 Cent für das iPhone 7 ermitteln.

Viele Smartphones bringen allerdings einen Akku mit deutlich größerer Kapazität mit. So auch das Samsung Galaxy S7 und das OnePlus 3, die mit 3.000 mAh ausgeschildert werden. Sie kommen nach Durchführung der gleichen Rechnung auf etwa 1,28 Euro Anteil an der Stromrechnung.

Tablets, Laptops

Etwas leichter ist die Berechnung bei Tablets und Laptops, denn hier wird bei der Kapazitätsangabe für den Akku der erste Schritt meist schon vorweg genommen. Apple gibt beim iPad Air 2 einen Wert von 27,3 Wattstunden an. Jährliche Stromkosten: 3,07 Euro.

Als repräsentativer Laptop der 800-Euro-Klasse bietet sich das klingende Modell "HP 15-ay108ng" von Hewlett Packard an. Hier wird der Akku für eine Füllung mit theoretischen 41 Wattstunden gefüttert. Was sich praktisch bei einer täglichen Ladung auf 4,62 Euro im Jahr summiert.

Hinweise

Diese Werte unterliegen natürlich Schwankungen. Nicht jedes Netzteil weist die gleiche Verlustleistung auf und der tatsächliche Strompreis wird in vielen Fällen nicht dem Durchschnitt entsprechen. Aufgrund der recht geringen Summen dürften derlei Abweichungen jedoch verschmerzbar sein. (gpi, 14.3.2017)

  • Der Anteil von Smartphones an der Stromrechnung ist sehr überschaubar.
    foto: ap

    Der Anteil von Smartphones an der Stromrechnung ist sehr überschaubar.

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