ORF.at: Journalisten sorgen sich um redaktionelle Unabhängigkeit

    15. Februar 2017, 14:05
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    Bisher keine Antworten von ORF-General Wrabetz und Finanzdirektor zu Verschmelzung mit Programmservice GmbH

    Wien – Die Redakteursvertreter von ORF.at sorgen sich, "wie die redaktionelle Unabhängigkeit – etwa gegen Marketinginteressen – formal wie tatsächlich im Alltag abgesichert werden soll". Anlass: die anstehende Verschmelzung der ORF.at-Trägerfirma mit der ORF-Programmservice GmbH. ORF.at hat wie berichtet einen zweiten Geschäftsführungsjob für die fusionierte ORF.at ausgeschrieben.

    Die ORF.at-Journalisten urgieren in einem Mail an ORF-General Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Andreas Nadler Antworten auf ihre Fragen wie jene nach der redaktionellen Unabhängigkeit, die "große Unruhe und Besorgnis" auslösten.

    "Journalistische Glaubwürdigkeit gefährden"

    In dem Mail an Wrabetz und Nadler schreiben die Redakteursvertreter: "Die Konstruktion zweier Firmen unter einem Dach und zweier Geschäftsführer/-innen könnte jedenfalls genau den Kern von ORF.at beziehungsweise des ORF insgesamt – die journalistische Glaubwürdigkeit – gefährden. Dies ganz grundsätzlich – und dazu kommen die Gerüchte, dass als Ko-Geschäftsführerin die derzeitige Geschäftsführerin der ORF Enterprise, Frau Cox-Riesenfelder, vorgesehen ist."

    Der ORF.at-Betriebsrat lädt "aus aktuellem Anlass" für 23. Februar zu einer Betriebsversammlung. Anlass ist die geplante Fusion mit der ORF-Programmservice. ORF.at-Geschäftsführer Karl Pachner ist zu der Betriebsversammlung eingeladen.

    ORF-Sprecher Martin Biedermann erklärte die Fusion Anfang Februar auf STANDARD-Anfrage mit einer "Strukturoptimierung bei den ORF-Tochtergesellschaften", die auch einheitliche kollektivvertragliche Regelungen für die Mitarbeiter bringe. (red, 15.2.2017)

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