Was geht in der Werbung und was nicht? Werberat listet "Dos & Don'ts" auf

15. Februar 2017, 13:51
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Gewalt, Sexismus, Kinder, ältere Menschen: Nachgestellte Beispiele sollen Grauzonen aufzeigen und Orientierung bieten

Wien – Was geht in der Werbung – und was überschreitet Grenzen? Wann wird Blickfangwerbung problematisch? Wann beginnt die Herabwürdigung eines Menschen? Der Werberat hat Antworten auf diese Fragen in einer neuen Broschüre zusammengefasst. Diese "Dos & Don'ts in der Werbung" sollen vor allem Klein- und Mittelunternehmen Orientierung bieten, sagt Werberat-Präsident Michael Straberger.

Nachgestellte Beispiele

Anhand von nachgestellten Beispielen sollen "Grauzonen" aufgezeigt und Grenzen bildlich darstellt werden. "Verantwortliche können die daraus gewonnenen Learnings für ihre Arbeit nutzen und Imageschäden für eine Marke oder das Unternehmen verhindern", sagt Straberger.

Behandelt werden darin die Themenbereiche "Ethik und Moral", "Gewalt", "Geschlechterdiskriminierende Werbung" sowie "Kinder und Jugendliche" und "Ältere Menschen".

Basis für die Broschüre waren rund 3.000 Beschwerden und 1.400 Entscheidungen der vergangenen zehn Jahre. "Wesentliche inhaltliche Inputs lieferten die regelmäßig stattfindenden Workshops mit unseren Werberätinnen und Werberäten", sagt Werberat-Geschäftsführerin Andrea Stoidl.

"Go", "No-go", "Yes, but ..."

In Ampelfarben wird dargestellt, was geht (grün für "go"), was nicht (rot für "no-go") und was gerade noch durchgeht, aber eine größere Sensibilität angebracht sei (orange für "yes, but").

Was nicht geht: Kinder in sexualisierter "Lolita"-Pose, gewalttätige Darstellungen, Rassismus, ältere Menschen als wenig attraktiv darzustellen oder Dekolleté und Hintern als "Blickfang" ohne jeden Bezug zum Produkt zu platzieren.

Halbnackte Körper, die für Unterwäsche werben, sind dagegen unproblematisch, da sei ein Produktbezug gegeben. Beim Umgang mit Stereotypen seien generell Vorsicht und Nachdenken geboten, rät der Werberat. Bei Retusche fordert der Rat generell zu Zurückhaltung.

Auflage: 4.500 Stück

Die erste Auflage der Broschüre liegt bei 4.500 Stück, verteilt wird sie durch Mitglieder des Werberats und der Fachgruppenorganisationen. Außerdem wird sie in elektronischer Form verbreitet, auch vom Partner Herold an rund 60.000 seiner Kunden. (APA, red, 15.2.2017)

  • Eindeutiges Beispiel für "No go": Sujet eines TV-Programmanbieters.
    foto: broschüre/werberat

    Eindeutiges Beispiel für "No go": Sujet eines TV-Programmanbieters.

  • Ok für Werberat: Es bestehe ein direkter inhaltlicher Zusammenhang zum beworbenen Produkt und zeige "die Frau als Akteurin im Bewusstsein ihrer erotischen Ausstrahlung und nicht als Adressatin eines sie abwertenden Vorganges".
    foto: broschüre/werberat

    Ok für Werberat: Es bestehe ein direkter inhaltlicher Zusammenhang zum beworbenen Produkt und zeige "die Frau als Akteurin im Bewusstsein ihrer erotischen Ausstrahlung und nicht als Adressatin eines sie abwertenden Vorganges".

  • Ein "Go" vom Werberat, Produktbezug sei gegeben.
    foto: broschüre/werberat

    Ein "Go" vom Werberat, Produktbezug sei gegeben.

  • Werbung für ein Sonnenstudie: "No go"
    foto: broschüre/werberat

    Werbung für ein Sonnenstudie: "No go"

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