Sobotka reiste per Privatjet von Wien nach Budapest

15. Februar 2017, 13:10
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Das Innenministerium zahlte seit April 2016 insgesamt 152.419 Euro für Charterflüge des Ministers – Flug nach Budapest wegen Grenzkontrollen

Wien – "Die Wahl der Transportmittel richtet sich nach Kosten und Praktikabilität", erklärt Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des "wilden" Abgeordneten Rupert Doppler. Elf Charterflüge habe er seit seinem Amtsamtritt im April 2016 für Dienstreisen "absolviert" – pro Flug bezahlte Sobotkas Ministerium zwischen 5.420 und 26.480 Euro.

foto: screenshot anfragebeantwortung

Dabei dürfte der Innenminister gerne auch kurze Strecken im Privatjet zurücklegen: Für Strecken wie Wien–Budapest (243 Straßenkilometer) und Linz–München (271 Kilometer) charterte das Ministerium eigene Flüge. Insgesamt kosteten Sobotkas Charterflüge seit April laut seinen eigenen Angaben 152.418,50 Euro.

Ministerium verteidigt Ausgaben

Eine Sprecherin des Innenministers erklärt die häufigen Charterflüge mit der "ziemlich großen Entourage", die üblicherweise mit dem Minister unterwegs sei. Mit zwei bis vier Personenschützern sei man stets "mindestens zu sechst" unterwegs. Da sei der finanzielle Unterschied zu Linienflügen schon recht gering, man prüfe solche Flüge immer sehr genau.

Kurzstreckenflüge erklärt die Sprecherin unter anderem mit "eng koordinierten Terminen". Der Flug Wien–Budapest sei etwa direkt im Anschluss an eine Sitzung des Ministerrats erfolgt, um Sobotkas ungarischen Amtskollegen zu treffen. Wegen der damals akuten Grenzkontrollen habe es besonders dringenden Gesprächsbedarf gegeben, weswegen der Termin unbedingt eingehalten werden musste. (red, 15.2.2017)

Update 16.50 Uhr:

In einer früheren Version des Artikels wurde Sobotkas Flug nach Budapest damit begründet, dass eine Reise mit dem Auto wegen der Grenzkontrollen an der Grenze zu Ungarn zu lange gedauert hätte. Das Büro des Innenministers stellte klar, dass wegen der Grenzkontrollen zu diesem Zeitpunkt das Gespräch besonders dringend notwendig gewesen sei und eine Verschiebung wegen der längeren Anreise auf dem Landweg nicht infrage gekommen sei.

  • Seit April buchte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) elfmal einen Privatjet.
    foto: apa/herbert neubauer

    Seit April buchte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) elfmal einen Privatjet.

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