Intesa Sanpaolo hat es eilig bei Generali

14. Februar 2017, 17:43
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Italiens profitabelste Bank prüft Übernahmeangebot

Noch im Februar soll die Mailänder Großbank Intesa Sanpaolo ihr Angebot für Italiens größten und Europas drittgrößten Versicherer, Generali, präsentieren. Nachdem Ende Jänner Gerüchte über eine Übernahme seitens der Mailänder laut wurden und der Chef von Intesa Sanpaolo, Carlo Messina, das Interesse an Generali sowie an "anderen Finanzunternehmen" offiziell bestätigte, war es still geworden um den Deal.

Nun scheint Intesa Sanpaolo Eile zu haben. Ein ausländischer Bewerber könnte den Löwen aus Triest erlegen, heißt es in Finanzkreisen. Generali versucht inzwischen, mit einem verschärften Sparprogramm einer Übernahme durch Italiens ertragreichste Großbank zu entgehen. Für Mittwoch wurde der Generali-Verwaltungsrat einberufen, um weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Großaktionäre wie Mediobanca (13,4 Prozent), aber auch die beiden Unternehmer Leonardo Del Vecchio und der Baulöwe Gaetano Caltagirone mit drei bzw. 3,5 Prozent will das Management des Versicherers durch ein verschärftes Sparprogramm dazu bewegen, den Unabhängigkeitskurs zu unterstützen. Inzwischen hat der Kurs der Generali-Aktie an der Mailänder Börse wieder Aufwärtsbewegung aufgenommen, die Papiere notierten am Dienstag um 1,5 Prozent höher über 15 Euro.

Bank ohne Krise

Intesa Sanpaolo mit einem Überschusskapital von zehn Milliarden Euro ist jenes Geldhaus Italiens, das nicht von der allgemeinen Bankenkrise betroffen ist. Denn der seit 2013 amtierende Carlo Messina hatte seinen Geschäftsplan bereits 2014 auf Vermögensverwaltung, Private Banking und Versicherungswesen abgestellt, einen rigorosen Kostenabbau eingeleitet und den Aktionären im Zeitraum 2014 bis 2017 eine Dividendenausschüttung von zehn Milliarden Euro garantiert. Durch das Zusammengehen mit Generali würde einer der größten Finanzkonzerne Europas entstehen mit Spitzenposition im Asset-Management.

Die Gerüchteküche brodelt: Angeblich überlegt Intesa ein freundliches Übernahmeangebot, habe bereits bei Generali-Großaktionären vorgefühlt. Ob Italiens größte Investmentbank, Mediobanca, bereit ist, ihr Generali-Aktienpaket abzugeben, ist fraglich. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 15.2.2017)

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