Niederösterreichs Feuerwehren retteten im Vorjahr fast 2.400 Menschen

14. Februar 2017, 15:06
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2016 mehr als 60.000 Einsätze – von Unfällen über Brände bis zu Überschwemmungen

St. Pölten – Niederösterreichische Feuerwehren haben im Vorjahr bei insgesamt 60.322 Einsätzen verschiedenster Art 2.375 Menschen gerettet. 13 Menschen starben bei Bränden – ein "trauriger Rekord", hieß es in der am Dienstag präsentierten Bilanz, die Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) einmal mehr zum Anlass nahm, die Leistungsfähigkeit der Freiwilligen-Organisation hervorzuheben.

Abgesehen von regionalen Überschwemmungen blieb das Bundesland 2016 von großflächigen Naturkatastrophen verschont. Man rüste sich aber für durch den Klimawandel bedingt heftiger werdende Situationen, meinte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.

Für die Aus- und Weiterbildung wurden bei 68.122 Übungseinheiten 1,2 Millionen Stunden verbracht. 7,9 Millionen freiwillige Arbeitsstunden wurden insgesamt aufgewendet. Umgerechnet auf 20 Euro Stundenlohn seien damit der öffentlichen Hand knapp 160 Millionen Euro erspart worden – etwa diese Summe zahle Wien für seine Berufsfeuerwehr, so Pröll.

72-Stunden-Regel

An umgesetzten Projekten nannte Fahrafellner u.a. die zentrale Atemschutzwerkstätte in Tulln. Hinsichtlich Finanzierung der Leistungen durch Feuerwehrfeste freute er sich über die vom Gesetzgeber ermöglichte 72-Stunden-Regel. Weiter zu kämpfen gelte es hingegen um die Aufnahme der Feuerwehr in die Risikogruppen für Gratis-Hepatitisimpfungen, deren Finanzierung für 2017 Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), obwohl nicht ressortzuständig, zugesagt habe.

98.310 freiwillige Feuerwehrleute gibt es in Niederösterreich. Erfreulich – und auch auf Aktionen in Volksschulen zurückzuführen – sei der Zuwachs an jungen Mitgliedern um 6,5 Prozent auf aktuell 5.917 Burschen und Mädchen. Positiv entwickle sich auch der Frauenanteil, der von 2015 auf 2016 um 18,2 Prozent auf nun 6.794 Personen gestiegen sei. Sieben Frauen haben bisher Kommandos übernommen, 21 wurden zu Kommandant-Stellvertreterinnen gewählt.

Spektakuläre Einsätze

Spektakuläre Einsätze im Vorjahr waren neben Großbränden auf Bauernhöfen u.a. Massenkarambolagen auf Niederösterreichs Autobahnen, ein Reisebusunfall mit 47 Verletzten, weiters ein Unfall auf der Westbahn, als 287 Passagiere im Zug festsaßen, und der Sturz eines Muldenkippers in den Ennskanal. Bei der wohl letzten gemeinsamen Pressekonferenz wurde dem scheidenden Landeshauptmann Pröll die Ehrenmitgliedschaft bei der NÖ Feuerwehr verliehen. (APA, 14.2.2017)

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