Michael Naura, eine Institution des deutschen Jazz, ist tot

    14. Februar 2017, 14:56
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    Der Pianist verstarb im Alter von 82 Jahren

    Husum – In der Nachkriegszeit war Michael Naura einer der erfolgreichsten Jazzpianisten und gehörte zu den besten Jazzmusikern Deutschlands. Eine zweite Karriere – bedingt auch durch eine Erkrankung – machte er im Hörfunk. Von 1971 bis 1999 leitete er die NDR-Jazzredaktion. Am Montag ist der Jazzmusiker in Hollbüllhuus bei Husum im Alter von 82 Jahren gestorben.

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    Naura, 1934 in Memel (heute Klaipeda/Litauen) geboren, kam als Sechsjähriger mit der Mutter nach Berlin. Hier studierte er Philosophie, Soziologie und spielte nebenher Klavier. Die Musik verdrängte die Wissenschaften. 1953, mit 19 Jahren, gründete er in Berlin das Michael-Naura-Quintett; 1956 Umzug nach Hamburg. Im Jazzkeller in den Colonnaden spielte die 1962/63 zur besten deutschen Band gewählte Formation jahrelang sechs Nächte die Woche.

    1966 begegnet Naura dem Lyriker Peter Rühmkorf. Die Zusammenarbeit unter dem Stichwort "Jazz und Lyrik" zeigt vielfältige Früchte. Als Leiter der NDR-Jazzredaktion produzierte, organisierte, schrieb, sammelte er und machte weiterhin auch Musik. (APA, 14.2.2017)

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