Immer besser: Alkoholfreie Biere

Kolumne1. März 2017, 17:05
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Alkoholfreie Biere haben keinen guten Ruf – aber es lohnt, die neuen Produkte zu kosten

Meist stößt ja schon der Geruch ab. Alkoholfreie Biere riechen oft nicht nach Bier, sondern nach Getreide. Das wäre an sich nicht schlimm – aber es ist halt kein biertypischer Geruch. Und beim Geschmack ist es nicht viel besser: Da werden fehlender Alkohol und fehlende Vollmundigkeit oft durch eine Süße ersetzt, die eben auch nicht unseren gewohnten Bieren entspricht.

Allerdings hat die Technologie – und das Wissen um das Zusammenspiel von Aroma- und Geschmackseindrücken – in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Vor allem aber hat die Verbreitung von Bierstilen jenseits des Hellen (ohnehin der am schwierigsten fehlerfrei zu brauende Stil) geholfen, Vorlagen für akzeptable alkoholfreie Biere zu liefern. Alkoholfreies Weizen wird inzwischen als einer der zukunftsträchtigsten Bierstile gehandelt – da überdecken die esterigen Weißbieraromen die unangenehmen Gerüche.

Es geht aber noch besser: IPA ist vor allem in seiner amerikanischen Interpretation vollmundig und hopfenaromatisch – Sebastian Jakob hat gemeinsam mit Oliver Wesseloh ein Le Chauffeur genanntes FreIPA geschaffen. Bernsteinfarben mit leider wenig haltbarem Schaum duftet es nach Harz und Maracuja, als komme es aus Kalifornien und nicht vom Brauhaus Nittenau in Bayern. Es ist vollmundig und angenehm herb – da braucht man keinen Alkohol. (Conrad Seidl, RONDO, 1.3.2017)

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  • LeChauffeur: alkoholfreies IPA.
    foto: nitteanauer

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