Drohender Felssturz im Pinzgau

14. Februar 2017, 11:28
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Dauerhafte Nutzung zweier Wohnhäuser bereits seit 2004 untersagt – 5.000 Kubikmeter Fels instabil

Fusch an der Glocknerstraße – In Fusch an der Glocknerstraße (Pinzgau) ist wegen eines drohenden Felssturzes die Gemeindestraße nach Bad Fusch gesperrt worden. Nach einem Felssturz an derselben Stelle im Jahr 2004 hat sich der Hang vor wenigen Tagen wieder in Bewegung gesetzt. Zwei Wohnhäuser befinden sich direkt unterhalb des Hanges, sie dürfen aber schon seit dem Vorfall vor 13 Jahren nicht mehr dauerhaft bewohnt werden.

Seit 6. Februar ist der Hang wieder in Bewegung, sagte der zuständige Geologe des Landes Salzburg, Ludwig Fegerl, der APA. Metergroße Felsbrocken sind bereits heruntergestürzt. Insgesamt geht es seinen Angaben zufolge um rund 5.000 Kubikmeter, die instabil geworden sind. Fegerl sprach von einer klassischen Frostsprengung. Der Frost sei heuer tief ins Erdreich gegangen. Dann sei zusätzlich Schmelzwasser eingedrungen, das sich dort ausgedehnt und den Fels losgesprengt habe.

Erster Felssturz im Gebiet 1972

Laut Hannes Schernthaner, Bürgermeister von Fusch und Katastrophenreferent für den Pinzgau, hat sich bereits 1972 der erste Felssturz in diesem Gebiet ereignet. 2004 habe es erneut ein derartiges Ereignis gegeben, seit damals dürfen die beiden Wohnhäuser nicht mehr dauerhaft bewohnt werden. Schernthaner hat nun die Nutzung der Objekte erneut baupolizeilich untersagt, außerdem hat der Bezirkshauptmann die Bauplatzerklärung aufgelöst.

Straße Richtung Bad Fusch gesperrt

Neben den beiden Häusern ist auch ein Jagdhaus betroffen, das nun ebenfalls nicht genutzt werden darf. Denn laut Fegerl hat sich das Gebiet, das von den Felsen bedroht wird, etwas in Richtung Süden verschoben. Außerdem wurde die Straße Richtung Bad Fusch wegen der drohenden Gefahr gesperrt. Die Gemeinde schickt dem Geologen täglich aktuelle Fotos vom Hang, damit dieser die Bewegung genau beobachten kann. Zudem wird sich Fegerl laufend vor Ort ein Bild machen.

Ansonsten müsse man zurzeit mehr oder weniger tatenlos zusehen, sagte der Geologe. Schernthaner rechnet damit, dass sich die Lage nach Ende der Frost-Tau-Periode wieder stabilisiert. Wie lange die Straße gesperrt bleiben muss, könne man noch nicht sagen.

Danach werde man ähnliche Schutzmaßnahmen setzen wie 2004. Damals wurde ein Schutzwall errichtet. Außerdem wurden im Hang Drainageschläuche zur Entwässerung verlegt, diese werde man wahrscheinlich nachjustieren müssen, schätzte der Bürgermeister. (APA, 14.2.2017)

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