Gespaltene Studenten: Proteste für und gegen Zugangsbeschränkungen

14. Februar 2017, 11:06
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ÖH-Medienaktion kontra Junos und Jus-Fakultätsvertreter

Wien – Bei Zugangsbeschränkungen an den Unis sind die Studentenvertreter geteilter Meinung. Deutlich machten das am Dienstag drei Medienaktionen vor dem Juridicum der Universität Wien. Die Bundesvertretung der ÖH mobilisierte gegen Platzbeschränkungen, die Jus-Fakultätsvertretung dafür – die Junos feierten ob der nahenden Beschränkungen gleich eine Party.

Im aktualisierten Regierungsprogramm haben sich SPÖ und ÖVP wieder einmal auf die Einführung einer Studienplatzfinanzierung geeinigt – bis Juni soll dafür ein Konzept vorliegen. Zu den heftigsten Kritikern dieser mit Zugangsbeschränkungen für Studienanfänger verbundenen Maßnahme gehört die von linken Fraktionen dominierte ÖH-Bundesvertretung.

Befürworter und Gegner

Diese lud daher vor dem Juridicum – Jus ist einer der Hauptkandidaten für weitere Zugangsbeschränkungen – zur Medienaktion, bei der symbolisch der Kindergarten-Klassiker "Reise nach Jerusalem" auf dem Programm stand. "Die metaphorische Umsetzung der geplanten Studienplatzfinanzierung als Reise-nach-Jerusalem-Spiel, wo immer weiter Stühle und damit Studienplätze weggezogen werden, soll aufzeigen, wie willkürlich und gleichzeitig sinnlos so eine Maßnahme ist, die eigentlich eine reine Zugangsbeschränkung darstellt", so die stellvertretende ÖH-Chefin Marie Fleischhacker in einer Aussendung.

Das wiederum wollten die Studienplatzfinanzierungs-Befürworter unter den Studentenfraktionen nicht auf sich sitzen lassen. Die von der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG) dominierte Jus-Fakultätsvertretung konterte mit einem "Aufnahmetest jetzt"-Aufkleber am Gebäude, der wiederum von der Bundes-ÖH mit einem "Studienplatzfinanzierung = Zugangsbeschränkung"-Transparent überdeckt wurde. Gleichzeitig verteilten die Jus-Fakultätsvertreter ihre eigenen Unterlagen, in denen sie sich – auch gestützt auf eine Umfrage unter Jusstudenten aus dem Jahr 2014 – für Aufnahmetests aussprachen.

Partystimmung brachten schließlich die Junos mit. Mit Luftballons, Party-Hüten, Konfetti und Bier hielten sie angesichts nahender Platzbeschränkungen Transparente wie "Das Warten hat ein Ende" und "Juhu! Keine überfüllten Hörsäle mehr" in die Höhe. Sehr zum Missfallen der Bundes-ÖH, aus deren Reihe Slogans wie "Scheiß-Akademikerkinder" in Richtung der Feiernden ertönten. Von der Beschimpfung distanzierte sich die Bundesvertretung der ÖH wenig später. Das Zitat sei von einer Vertreterin der ÖH der Uni Wien gekommen. (APA, 14.2.2017)

  • Die Bundes-ÖH protestierte gegen die angedachten Zugangsbeschränkungen für Jus.
    foto: apa/pfarrhofer

    Die Bundes-ÖH protestierte gegen die angedachten Zugangsbeschränkungen für Jus.

  • Die Junos feierten den Plan der Regierung und wurden als "Scheiß-Akademikerkinder" tituliert, wovon sich die ÖH dann distanzierte.
    foto: apa/pfarrhofer

    Die Junos feierten den Plan der Regierung und wurden als "Scheiß-Akademikerkinder" tituliert, wovon sich die ÖH dann distanzierte.

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