Patrick Park: Trump-Freund auf den Spuren der Trapps

13. Februar 2017, 18:43
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"Sound of Music"-Fan Patrick Park soll als US-Botschafter nach Wien

Es hat Tradition, dass US-Präsidenten an attraktive Botschaften keine Berufsdiplomaten entsenden, sondern Parteigänger, denen sie wegen großzügiger Wahlkampfspenden zu Dank verpflichtet sind. So kamen über die Jahre meist erfolgreiche Unternehmer mit mehr oder weniger Wissen über die Welt nach Wien.

Wenn Donald Trump sein Versprechen an seinen Freund Patrick Park wahrmacht und ihn zum US-Botschafter in Österreich ernennt, muss sich das Gastland dennoch auf eine ungewöhnliche Begegnung einstellen. Denn der 63-jährige Industriellensohn ist weder ein großer Spender noch ein Topmanager. Er würde andere Qualitäten mitbringen: eine langjährige Freundschaft mit dem Präsidenten, Musikbegeisterung und eine besessene Liebe zur Hollywoodverfilmung des Musicals Sound of Music, die das Österreich-Bild in den USA seit Jahrzehnten prägt.

75-mal habe er gesehen, wie Julie Andrews auf einer Alpenwiese Edelweiß singt und die Trapp-Familie dann vor dem NS-Regime aus Österreich flüchtet. Er kenne jedes Wort auswendig und würde gern das Salzburger Haus der Trapps mieten, sagte er der Palm Beach Daily News, dem Lokalblatt in seinem Domizil in Florida.

Dort ist Park Teil der superreichen Gesellschaftsszene. Er präsidiert bei Wohltätigkeitsveranstaltungen, darunter auch beim Internationalen Roten-Kreuz-Ball, der alljährlich im elitären Mar-A-Lago-Golfclub steigt – mit Donald Trump als Hausherrn. Die Sommer verbringt der Vater zweier erwachsener Töchter bei Familienmitgliedern in Oregon oder in Europa. Für den hoch erfolgreichen Familienkonzern betreibt er nach eigenen Angaben Marketing.

Parks Vater Raymond begann als Holzhändler in Oregon und machte ein Vermögen, indem er bankrotte Firmen im Mittleren Westen aufkaufte und sanierte. Heute betreibt die Park Corporation große Immobilienprojekte. Patrick begann mit 14 Jahren, Klavier zu spielen, studierte dann Musik und Wirtschaft. Aber weder gelang ihm eine Solistenkarriere, noch fand er am Unternehmertum Freude.

1998 zog Park nach Palm Beach, wo er sich der Kultur und den Abendgesellschaften widmete. Neben zahlreichen Musikeinrichtungen unterstützt er die Familienplanungsorganisation Planned Parenthood, die jetzt vom Weißen Haus bekämpft wird. Dafür betet er viel – was ihm bei der Anhörung im konservativen Senat sicher helfen wird. (Eric Frey, 13.2.2017)

  • Patrick Park im Jahr 2013.
    foto: nancy pastor/polaris/laif

    Patrick Park im Jahr 2013.

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