Mexiko soll Gegner von Softdrinks mit Spyware ausgespäht haben

13. Februar 2017, 16:30
16 Postings

Aktivisten, die für eine höhere Besteuerung von zuckerhaltigen Getränken und fettreichen Speisen kämpften, wurden ausgehorcht

Spionagefirmen wie das Hacking Team, FinFisher oder NSO Group bewerben ihre Produkte damit, Behörden bei Ermittlungen wegen schwerer Straftaten unterstützen zu können. Doch immer wieder gibt es Beweise dafür, dass Software westlicher Firmen vor allem in autoritären Ländern gegen Aktivisten und Journalisten zum Einsatz kommt. Jetzt ist ein kurioser Fall in Mexiko ans Licht gekommen – einem Land, das im Economist Democracy Index immerhin als "Demokratien mit Schwächen" bezeichnet wird. Die Regierung soll dort keine Schwerverbrecher, sondern Gesundheitsaktivisten ins Visier genommen haben.

Drei Aktivisten im Visier

Das kanadische CitizenLab, eine der ersten Adressen bei der Beobachtung von staatlicher Spionagesoftware, gab an, dass drei Aktivisten in den vergangenen Monaten mit Pegasus-Software ausgespäht werden sollten. Sie erhielten SMS, die auf einen Link führen, mit dessen Öffnen sie sich mit dem Spionageprogramm infiziert hätten. Die mexikanische Regierung hat dazu noch keinen Kommentar abgeben.

Steuer auf Fast-Food

Laut New York Times plant Mexiko seit 2014 eine Steuer auf Fast Food und Limonaden. Die Initiative steckt jedoch seit vergangenen November im mexikanischen Kongress fest, auch dank Lobbying von Coca Cola und Konsorten. Die drei Aktivisten planten daraufhin eine Medienkampagne, um das Gesetz voranzubringen. Laut New York Times hat die NSO Group Millionenverträge mit Mexiko abgeschlossen. Sie ist für ihre Spionage-Software "Pegasus" bekannt. (red, 13.2.2017)

Link

NYT

  • Mexiko will Limonaden verteuern, doch der Gesetzesprozess steckt fest
    foto: ap/blackwell

    Mexiko will Limonaden verteuern, doch der Gesetzesprozess steckt fest

Share if you care.