"The Walking Dead" S07 E09: Herr Rick lacht

13. Februar 2017, 23:00
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Schweiß, Tränen und für "The Walking Dead" verhältnismäßig wenig Blut: Das bringt die neue Folge der siebenten Staffel. Achtung: Spoiler zuhauf!

Es ist so weit, der Überlebenskampf der derzeit mit Abstand am härtesten geprüften Fernsehfamilie geht weiter. Was die zweite Hälfte der siebenten Staffel bringt: die mäßig erfolgreiche Suche nach Mitstreitern, Wiedersehen mit alten Bekannten und eine äußerst effiziente Aktion zur rasanten Zombie-Dezimierung.

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Folge 7/9 beginnt mit einem kurzen Moment des Innehaltens: Pater Gabriel Stokes (Seth Gilliam) schlägt in der Abenddämmerung die Bibel auf, kurzer Blick hinein, besorgter Blick ins Land – was er jetzt wohl denkt? Vielleicht: "Das Geschreibsel hilft mir auch nicht weiter. Mir reicht's, ich reise ab." Der Pater packt seine sieben Sachen, eine Axt ist auch dabei, die Bibel bleibt liegen, sicher ist sicher. Good bye, Alexandria.

Zu neuen Ufern unterwegs ist auch die Kernmannschaft um Rick (Andrew Lincoln). Ihre Mission: Saviors stoppen, aber dalli! Beim Schnösel Gregory (Xander Berkely) in Hilltop blitzt die bis auf zwei Revolver recht waffenarme Armee ab.

foto: fox

Weiter geht es, um einige Krieger gestärkt, Richtung Königreich. Auf Einladung von Jesus (Tom Payne) gewährt der Rastaking Ezekiel (Khary Payton) eine Audienz. Hier kommt es zum Wiedersehen mit Morgan (Lennie James), den Rick und Daryl (Norman Reedus) sogleich nach dem Verbleib Carols (Melissa McBride) befragt. Sie war da, Morgan brachte sie verletzt ins Königreich, sie erholte sich offenbar schnell und schon ist sie wieder weg.

Die ersten 15 Minuten dieser Folge sind eine Zusammenfassung dessen, was geschah, die relevanten Personen werden für Neulinge und solche mit schwachem Gedächtnis wieder vorgestellt, Abgänge bedauert und die Leinen für Künftiges ausgeworfen. Glücklicherweise ist alles nicht so kompliziert. Wir gegen sie und wenn es sein muss, alle gegen alle. Es kann losgehen.

Im Wald trifft der zarte Jüngling Benjamin (Logan Miller) auf die ernste, starke Carol, Rick will Ezekiel zu gemeinsamer Sache gegen die Saviors überreden. Der versteigt sich in allerlei majestätischer Rhetorik, letztlich blitzen Rick und seine Gang aber auch dort ab.

foto: fox

Kurz danach kommt es zur ersten Begegnung mit den Zombies. Na endlich, möchte man rufen! Immerhin sind schon mehr als 30 Minuten vergangen, da sollte sich in einer Zombieserie doch auch einmal ein Zombie zeigen. Dafür kommen sie dann zu mehr. Eine explosive Straßensperre führt dazu, dass die Spannung steigt. Und als ob das nicht schon genug wäre, kommt just in dem Augenblick die Radiobotschaft vom Oberbosnigl Negan herein, der ankündigt, nach Alexandria zu gehen, um Daryl zu suchen. Na bravo.

Rick und Michonne (Danai Jekesai Gurira) erledigen die Sache dann auf ihre Weise, und, wie man sagen darf, äußerst effizient – da bleibt nicht einmal das Kameraauge trocken. So kann man arbeiten.

Es bleibt aber schwierig, denn zu Hause angekommen, wütet schon der Mann mit den weltgrößten Geheimratsecken, Simon (Steven Ogg). Er sucht Daryl, der im Königreich zurückgeblieben ist. Simon dampft ab, aber wir wissen: Er war nicht zum letzten Mal da.

Zwischen Gehen und Bleiben müssen sich noch einige mehr in dieser Folge entscheiden, und da geht es um Grundsatzufragen: mitmachen oder zuschauen? Ein Leben in Sicherheit (gibt es das überhaupt?) oder mit Risiko? Daheim sitzen, sich fürchten oder Verantwortung übernehmen?

Und am Ende gibt es noch einen schöner Cliffhanger mit einem lächelnden Rick. Und das hat er in der Vergangenheit noch nicht so oft getan. Wir werden sehen.

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Gewidmet wurde die Folge James Heltibridle, einem Filmemacher, der 2016 überraschend verstarb, der als Produktionsdesigner Teil der "TWD"-Familie war.

Fazit: Dem Vorwurf nach allzu grausiger Brutalität wurde offenbar Rechnung getragen. Der Auftakt war für TWD-Verhältnisse fast zahm. Der Showdown wurde jedenfalls eingeleitet: Am Ende werden einander Ricks Leute und Saviors gegenüber überstehen, soviel ist sicher. Und die Zombies? Kämpfen ein wenig ums Überleben. Sie können einem fast leid tun. (Doris Priesching, 13.2.2017)

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