Dortmunds Südtribüne für ein Spiel gesperrt

13. Februar 2017, 13:09
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DFB-Sportgericht sperrt nach den Vorkommnissen beim Spiel gegen Leipzig die Dortmunder Südtribüne und verhängt eine Geldstrafe

Frankfurt am Main – Das DFB-Sportgericht hat Borussia Dortmund zur Sperrung der Südtribüne für ein Bundesliga-Spiel und zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Zuvor hatte der deutsche Bundesligist am Montag dem entsprechenden Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses nach den Verfehlungen seiner Fans in der Partie gegen RB Leipzig zugestimmt. In Kraft treten wird die Sperre am Samstag gegen Wolfsburg.

BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte bereits vor der Entscheidung des Sportgerichts die Sperrung als "Drama" bezeichnet. "Wir sprechen von 'der' Tribüne in Europa und vielleicht auf der Welt schlechthin, einem ganz besonderen Ort des Fußballs, der eine besondere Symbolkraft hat", sagte Tuchel laut einem Bericht der Funke-Mediengruppe. Die "Gelbe Wand" im Signal-Iduna-Park gilt als größte Stehplatztribüne der Welt und fasst rund 24.500 Zuschauer.

"Statement"

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hatte wegen des massiven Fehlverhaltens der Dortmunder Fans die Sperrung beantragt. Beim 1:0 gegen Leipzig am 4. Februar waren zahlreiche beleidigende Transparente zu sehen gewesen und Schmährufe erfolgt. Gästefans, darunter auch Frauen und Kinder, waren zudem im Stadionumfeld mit Gegenständen beworfen worden. Auf die Vorfälle außerhalb des Stadions hat die DFB-Sportgerichtsbarkeit nach eigenen Angaben jedoch keinen Zugriff.

Dortmund hat laut Sportdirektor Michael Zorc mit der Zustimmung der verhängten Strafe "noch einmal ein klares Statement" abgeben wollen. Der BVB verurteile "in jeder Form" die Geschehnisse. Zorc betonte aber auch, dass der BVB das Strafmaß "als sehr hart" empfinde.

"Wir haben hier eine Kollektivstrafe, obwohl die große Mehrzahl der Fans auf der Südtribüne, die sich nichts zuschulden kommen ließen, benachteiligt und mitbestraft wird", sagte Zorc. Trotzdem sei es geboten, der Strafe zuzustimmen "und keine kleinteilige Diskussion über Verhältnismäßigkeit zu führen".(APA, 13.2.2017)

  • Die Dortmunder Südtribüne bleibt nach den Entgleisungen geschlossen.
    foto: reuters/rattay

    Die Dortmunder Südtribüne bleibt nach den Entgleisungen geschlossen.

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