Direkte Abbildungen: Animation zeigt Exoplaneten in Bewegung

Video13. Februar 2017, 13:08
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Beispielloser Blick auf vier Exoplaneten, die ihren Stern etwa 129 Lichtjahre von uns entfernt umkreisen

Berkeley – Die Zahl der bekannten Exoplaneten wächst rasant, der absolute Großteil davon konnte allerdings nur indirekt nachgewiesen werden – über ihren Einfluss auf den Zentralstern. Doch es gibt auch direkte Aufnahmen.

Etwa 129 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Pegasus befindet sich der junge Stern HR 8799, um den vier Exoplaneten kreisen, wie man seit 2009 weiß. Sie zählten zu den ersten und nach wie vor wenigen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die direkt abgebildet werden konnten.

foto: a.-l. maire / lbto
Direkte Abbildung des Planetensystems um HR 8799. Links der Planet HR 8799b, auf der rechten Seite, von oben nach unten, die Planeten c, e und d. Der Stern wurde im Zuge der Bearbeitung ausgeblendet.

Gemeinsamer Rhythmus

Inzwischen ist klar, dass die vier Gasriesen in Resonanz stehen: Durch gravitative Wechselwirkungen umkreisen sie ihren Stern in einem fixen Rhythmus, dass heißt sie treffen sich immer wieder an den selben Positionen. Ihre Umlaufzeiten stehen im Verhältnis 1 : 2 : 4 : 8. Dieses Phänomen konnte bisher erst bei wenigen Exoplaneten beobachtet werden.

Mithilfe eines speziellen Algorithmus erstellte nun der Astronom Jason Wang von der University of California in Berkeley eine Animation aus direkten Beobachtungsdaten des Keck-Observatoriums auf Hawaii aus den letzten sieben Jahren. Das Ergebnis ist eine spektakuläre Sequenz, die die vier Planeten in Bewegung zeigt.

jason wang
Vier Exoplaneten in Bewegung.

Freilich ist dabei kein voller Umlauf um den Stern zu sehen: dieser dauert beim äußersten Planeten etwa 450 Jahre, beim innersten immerhin 49. Doch die Resonanz ist auch in der kurzen Sequenz zu erkennen. "Wir wollten unsere Begeisterung über die direkte Abbildung von Exoplaneten teilen", sagte Wang. "Es ist wirklich erstaunlich, dass wir über die Technologie verfügen, mit der wir andere Welten beobachten können." (red, 13.2.2017)

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