Flüssiger Akku soll jahrzehntelang halten

    30. April 2017, 13:55
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    System verliert nur einen Prozent an Kapazität alle 1.000 Ladezyklen – viel Potenzial für Wind- und Solarstrom

    Es tut sich viel in der Erforschung neuer Akkutechnologien. Wissenschaftler der Harvard University haben vor Kurzem ein neues System vorgestellt, mit dem sich Energie potenziell über Jahrzehnte annähernd verlustfrei speichern lassen soll.

    Es handelt sich dabei um eine "Flow Battery", also eine Batterie, die Energie in einer Flüssigkeit speichert. Dazu hat man die Struktur der Viologen-Molkeküle im negativen Elektrolyt modifiziert und sie widerständiger gegen Zersetzung gemacht. Das Ferrocen im positiven Elektrolyt hingegen wurde derart verändert, dass es wasserlöslich wurde. Wässriges, wasserlösliches Ferrocen stellt laut den Forschern "eine neue Klasse an Molekülen" für Flow-Batterien dar.

    Billiger und nicht korrosiv

    Ein mit pH-neutralem Wasser betriebener Akku verliert lediglich einen Prozent seiner Kapazität pro tausend vollständiger Ladezyklen und soll damit deutlich langlebiger sein, als gängige Lithium-Ionen-Batterien. Erst nach vielen Jahren wäre ein Verlust zu bemerken. Dazu ist die Lösung weniger umweltbelastend und nicht korrosiv, was den Schaden bei Austritt minimiert und gleichzeitig den Bau von Akkus vergünstigt, da man weniger widerständige Materialien verwenden kann.

    Gedacht ist die Erfindung allerdings nicht für Smartphones oder andere Mobilgeräte. Sie soll primär der Speicherung von erneuerbaren Energien aus Windkraftwerken oder Solarpanels dienen. Für Firmen wie auch Privat ließen sich die Kosten für die Energiespeicherung drücken. Das US-Energieministerium verfolgt das Ziel, den Preis für die Speicherung einer Kilowattstunde an Energie auf unter 100 Dollar zu bringen.

    Industrieller Einsatz in Vorbereitung

    Die Forscher arbeiten nun gemeinsam mit mehreren Firmen daran, ihre Technologie weiter zu verbessern und bereit für den industriellen Einsatz zu machen. Einen konkreten Zeitplan gibt es bislang noch nicht. Ihre Erkenntnisse haben die Wissenschaftler in ACS Energy publiziert. (red, 30.4.2017)

    • Die Flüssigbatterie soll vor allem zur Speicherung von Energie aus Windrädern und Solarpanels dienen.
      foto: apa

      Die Flüssigbatterie soll vor allem zur Speicherung von Energie aus Windrädern und Solarpanels dienen.

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