One Billion Rising: Auftanzen gegen Gewalt an Frauen

    13. Februar 2017, 12:42
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    Weltweit besetzen Frauen am und um den 14. Februar den öffentlichen Raum, um für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen zu tanzen – auch in Österreich

    Wien – Bereits zum fünften Mal besetzen weltweit AktivistInnen am und um den 14. Februar singend und tanzend öffentliche Plätze, um gegen Gewalt an Frauen zu protestieren. So etwa in Mexiko, Südafrika, Australien, Indien, USA, Großbritannien und – Österreich. Die Kampagne "One Billion Rising", eine Milliarde erhebt sich, greift auf Zahlenmaterial der UN zurück: Statistisch wird ein Drittel aller Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Leben Opfer von Gewalt.

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    V-Day macht auf das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam und ruft zur weltweiten Solidarität am Valentinstag auf.

    Superheld*innen gegen Gewalt

    "Gewalt an Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Frauen und Mädchen brauchen Instrumente, um mit dieser Gewalt umzugehen", sagt Ewa Dziedzic, Bundesrätin der Grünen und im OBRA-Vorstand. Mit dem diesjährigen Motto "Superheld*innen gegen Gewalt" wollen die Organisatorinnen Ewa Dziedzic, Maria Rösslhumer und Aiko Kazuko Kurosaki verstärkt Mädchen und junge Frauen ansprechen und ermutigen Gewalt nicht einfach hinzunehmen.

    Die aktuellen Entwicklungen in Russland, wo ein Gesetz unterzeichnet wurde, das mildere Strafen bei Gewalt innerhalb der Familie vorsieht, zeigen, wie schnell vermeintlich gesicherte Errungenschaften rückgängig gemacht werden können, so die Veranstalterinnen. "Gewalt an Frauen ist ein Verbrechen, kein Kavaliersdelikt", betont Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, anlässlich einer Pressekonferenz in Wien.

    Tanzen als politisches Statement

    Ein Instrument gegen Gewalt kann ein lauter Auftritt mit Tanz und Musik sein, sagt Aiko Kazuko Kurosaki, die künstlerische Leitung von OBRA. Sie sieht Frauen, die in der Öffentlichkeit tanzen, als politisches Statement. Das sei nicht immer selbstverständlich gewesen und sei es bis heute nicht. Tanz als eine der ältesten Kunstformen sei bereits in den patriarchalen Hochkulturen des Altertums den Frauen untersagt gewesen. Immer noch gebe es viele Länder, wo Tanzen den Frauen streng untersagt sei. "Zum Glück ist das in Österreich nicht der Fall."

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    So etwas wie die Hymne der Kampagne: "Break the Chain" (Zerbrich die Ketten) von Tena Clark.

    "In Zeiten, in denen Präsidenten gewählt werden, für die Sexismus zum Alltag gehört, gibt es noch viel zu tun", sagt Lunacek, die u.a. einen Beitritt der EU zur Istanbul-Konvention (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt) forderte. Auch müsse es in jedem Land gleiche rechtliche Definitionen von Gewalt geben. So könnten effizientere Maßnahmen dagegen gesetzt werden, denn "Gewalt gegen Frauen ist ein grenzüberschreitendes Problem." Außerdem müssten sich wesentlich mehr Männer engagieren als bisher.

    Auftanzen gegen Backlash

    Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), sieht tendenziell negative Entwicklungen: "Die instabile und unsichere Situation in Europa wirkt sich auf die Frauen aus. Wir erleben derzeit einen Backlash, Frauenrechte werden weltweit mit Füßen getreten." Bewusstseinskampagnen wie OBRA seien – neben deutlichen Verbesserungen auf Gesetzesebene – daher besonders wichtig. Die Regierungen müssten allerdings viel mehr Geld investieren als bis jetzt.

    foto: one bilion rising austria/andrea peller
    One Billion Rising vor dem Parlament in Wien.

    "Jede Frau ist eine Superheldin in ihrer Lebensbewältigung", nimmt SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek das Motto der Veranstaltung auf. Viele Fortschritte und Novellierungen der Gesetze habe es in Österreich bereits gegeben, doch müsse "aktive Gleichberechtigungspolitik betrieben werden". So sei etwa ein Unterhaltssicherungsgesetz nötig, um zur ökonomischen Sicherheit von Frauen beizutragen.

    Valentine, Victory und Vagina

    Das Auftanzen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, das heuer in Österreich bundesweit an zwölf unterschiedlichen Orten stattfinden wird, geht auf eine Initiative der New Yorker Autorin und Aktivistin Eva Ensler ("The Vagina Monologues") zurück. Höhepunkt dieser von Ensler ins Leben gerufenen V-Bewegung bildet der Aktionstag "V-Day" am 14. Februar, das V steht sowohl für "Valentine", als auch für "Victory" und "Vagina".

    In Wien wird zum fünfjährigen Jubiläum der Aktion am 14. Februar ab 17.00 Uhr vor dem Parlament getanzt. (APA, chrit, 13.2.2017)

    • Seit 2013 finden am Valentinstag weltweit getanzte Kundgebungen zur Beendigung der Gewalt an Frauen und Mädchen statt. Hier 2016 in Mexiko.
      foto: reuters/henry romero

      Seit 2013 finden am Valentinstag weltweit getanzte Kundgebungen zur Beendigung der Gewalt an Frauen und Mädchen statt. Hier 2016 in Mexiko.

    • One Billion Rising 2016 in London.
      foto: apa/epa/hannah mckay

      One Billion Rising 2016 in London.

    • One Billion Rising 2016 in Brüssel.
      foto: reuters/francois glories

      One Billion Rising 2016 in Brüssel.

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