Bürgermeister in Süditalien sperrte Straße gegen Flüchtlingsankünfte

13. Februar 2017, 09:29
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Gemeinde Vitulano will keine weiteren Migranten mehr aufnehmen

Rom – Um die Unterbringung weiterer Flüchtlinge in seiner Gemeinde zu stoppen, hat der Bürgermeister der Ortschaft Vitulano in der süditalienischen Region Kampanien am Sonntagnachmittag eine Straße sperren lassen. Damit will er verhindern, dass weitere 34 Migranten in einer Flüchtlingseinrichtung in Vitulano aufgenommen werden.

Um die Zufahrt des Fahrzeuges mit den Migranten aufzuhalten, ließ der Bürgermeister Erdhaufen auf die Straße schütten. "Wir sind eine kleine Ortschaft und versorgen bereits 30 Flüchtlinge. Wir sind für die Integration der Migranten, doch die Bedingungen dafür müssen angemessen sein", rechtfertigte sich der Bürgermeister. Wegen des Protests beschlossen die Behörden, die Flüchtlinge in einer anderen Ortschaft der Gegend unterzubringen.

Bürgerproteste gegen Flüchtlinge sind keine Neuheit in Italien, wo derzeit 176.000 Flüchtlinge versorgt werden. In einem Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge in der norditalienischen Provinz Venedig war es im Jänner zu Ausschreitungen gekommen. Nach dem Tod einer jungen Frau aus Cote d'Ivoire randalierten wiederum Asylwerber und setzten Holzpaletten in Brand. 25 Mitarbeiter der Einrichtung verbarrikadierten sich daraufhin im Büro und konnten erst nach Stunden befreit werden.

Rund 150 Bewohner eines Dorfes nahe der norditalienischen Stadt Ferrara hatten im Oktober vorübergehend Barrikaden errichtet, um einen Bus mit Flüchtlingen an Bord an der Zufahrt zu einer Flüchtlingseinrichtung zu hindern. Nach langwierigen Verhandlungen mit den unnachgiebigen Dorfbewohnern beschlossen die Behörden, die Flüchtlinge an einen anderen Ort zu bringen. (APA, 13.2.2017)

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