Sitzung des UN-Sicherheitsrats nach Nordkoreas Raketentest

13. Februar 2017, 16:57
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Gremium berät am Abend – Guterres verurteilt Raketentest – Nordkorea bestätigt Start einer Rakete

New York – Nach dem neuerlichen nordkoreanischen Raketentest berät am Montag der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung über den Vorgang. Die ukrainische Ratspräsidentschaft bestätigte, dass das Treffen am Montag voraussichtlich um 17 Uhr (23 Uhr MEZ) zusammenkommen. Die USA, Japan und Südkorea hatten das Treffen gefordert, nachdem Nordkorea laut eigenen Angaben eine ballistische Boden-Boden-Mittelstreckenrakete vom Typ Pukgukson-2 "erfolgreich" getestet hatte. Es soll sich um eine Rakete mit mittlerer bis längerer Reichweite gehandelt haben, die mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könnte.

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hat den Raketentest verurteilt. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung sprach er von einem "weiteren beunruhigenden Verstoß" gegen Uno-Resolutionen. Die Führung der Demokratischen Volksrepublik Korea müsse zurückkehren zur "vollständigen Erfüllung ihrer internationalen Verpflichtungen und zum Weg der atomaren Abrüstung".

Die USA kündigten eine entschlossene Reaktion an, etwa weitere Sanktionen. Eine Eskalation solle aber vermieden werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea trotz internationaler Sanktionen mehr als 20 Raketentests und zwei Atomtests durchgeführt – so viele wie nie zuvor – und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen.

Vom Diktator persönlich überwacht

Nordkorea teilte am Montag über die Nachrichtenagentur KCNA mit, der Test der Rakete sei erfolgreich gewesen. Machthaber Kim Jong-un habe ihn persönlich überwacht. Die Rakete sei zum Schutz der Nachbarländer in einem steilen Winkel gestartet worden. Sie wurde im Westen des abgeschotteten Landes abgefeuert und stürzte nach rund 500 Kilometern östlich der Küste ins Japanische Meer. Südkoreanischen Militärvertretern zufolge erreichte sie eine Höhe von 550 Kilometern. Zuletzt hatte Nordkorea im Oktober zwei Raketen getestet. Dabei handelte es sich um Mittelstrecken-Raketen vom Typ Musudan. Nach Angaben der USA und Südkoreas waren beide Versuche gescheitert.

Man habe mit einer solchen Provokation nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump gerechnet, sagte US-Regierungsberater Stephen Miller am Sonntag. "Das war keine Überraschung." Ein Anwachsen der Feindseligkeiten, die man in den vergangenen Jahren in Nordkorea beobachtet habe, solle vermieden werden. Die US-Regierung will nun unter anderem China dazu drängen, seinen Einfluss stärker geltend zu machen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten. (APA, Reuters, 13.2.2017)

  • Nordkoreas Raketentest in Südkoreas TV.
    foto: ap/ahn

    Nordkoreas Raketentest in Südkoreas TV.

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