Deutsche Bundespräsidentenwahl: Die letzte schwarz-rote Show

Kommentar12. Februar 2017, 18:21
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Frank-Walter Steinmeier bekam 75 Prozent der Stimmen, allerdings war auch Unmut zu bemerken

Es ist vollbracht, die Bundesversammlung in Deutschland hat den Sozialdemokraten Frank-Walter Steinmeier ohne Pannen und ohne große Überraschungen zum zwölften deutschen Bundespräsidenten gewählt. Am 19. März kann er von Joachim Gauck übernehmen.

Steinmeier bekam 75 Prozent der Stimmen, was angesichts der Konkurrenz – unter anderem ein TV-Richter und der Vater eines Satirikers – auch nicht allzu schwierig war. Dass es Unmut gab, war allerdings schon zu bemerken.

Man kann in die Köpfe der Wahlleute nicht hineinblicken, aber das Ergebnis legt nahe, dass so mancher von den Grünen und eventuell auch der SPD aus Protest sein Kreuz lieber bei dem von den Linken nominierten Armutsforscher Christoph Butterwegge machte.

Auf der anderen Seite: Wo kommen die zusätzlichen sieben Stimmen von AfD-Mann Albrecht Glaser her? Man liegt wohl nicht falsch, wenn man denkt, dass mancher frustrierte Unionist sich an ihn gewandt hat. Es dürften auch viele der Enthaltungen auf ihr Konto gehen. Denn es gibt Ärger darüber, dass Kanzlerin Angela Merkel es nicht geschafft hat, einen schwarzen Kandidaten durchzusetzen.

Aber die Wahl des Bundespräsidenten war ohnehin das letzte große, gemeinsame Projekt von Schwarz-Rot. Ab jetzt geht es im Wahlkampf gegeneinander – und jeder der Beteiligten hofft, dass es nach der Bundestagswahl nicht erneut zur ungeliebten großen Koalition kommt. (Birgit Baumann, 12.2.2017)

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