USA wollen nach nordkoreanischem Raketentest keine Eskalation

12. Februar 2017, 17:44
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Rakete stürzt nach rund 500 Kilometern ins Japanische Meer – USA wollen China drängen, Nordkorea in Schranken zu weisen

Seoul/Washington – Die USA verurteilen den ersten Raketentest Nordkoreas seit Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump, wollen aber eine Eskalation der Lage vermeiden. "Das war keine Überraschung", sagte der Regierungsberater Stephen Miller am Sonntag in Washington. Die vitalen Bündnisse der USA in der Pazifik-Region würden gestärkt. Ein Anwachsen der Feindseligkeiten, die man in den vergangenen Jahren in Nordkorea beobachtet habe, solle vermieden werden. Die US-Regierung will nun unter anderem China dazu drängen, seinen Einfluss stärker geltend zu machen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten.

Nordkorea startete Sonntagfrüh – einen Tag nach dem Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe bei Trump in Florida – erneut eine ballistische Rakete. Das Geschoss sei im Westen des Landes abgefeuert worden und nach rund 500 Kilometern östlich der Küste ins Japanische Meer gestürzt, teilte das südkoreanische Militär mit. Es habe sich vermutlich um eine Mittelstrecken-Rakete vom Typ Musudan gehandelt, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea mehr als zwanzig Raketentests und zwei Atomtests absolviert und damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) verstoßen. Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache angekündigt, dass das Land auch kurz vor dem Test einer Interkontinental-Rakete stehe.

Südkorea sieht Frieden bedroht

Auch Südkorea und Japan verurteilten den Test. Südkorea sprach von einer schweren Gefahr für Frieden und Sicherheit in der Region und einem klaren Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Auch Japan sprach von einem provokativen Akt, der bewusst zum Besuch des japanischen Ministerpräsidenten stattgefunden habe. Trump versicherte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Abe Japan die Unterstützung der USA. Die Vereinigten Staaten stünden zu 100 Prozent hinter ihrem Verbündeten. Abe sagte, der Test sei absolut inakzeptabel.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel erklärte, Nordkorea setze auch 2017 seine Völkerrechtsbrüche fort. "Wir rufen Nordkorea auf, zur Vernunft zu kommen und alle Sicherheitsratsresolutionen in vollem Umfang zu respektieren." Das französische Außenministerium bekräftigte seine Solidarität mit seinen Partnern im asiatisch-pazifischen Raum. (Reuters, 12.2.2017)

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