Verletzte am Hamburger Flughafen: Vermutlich Pfefferspray versprüht

13. Februar 2017, 12:45
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Laut Feuerwehr wurde eine Kartusche gefunden – Kein Terroranschlag als Hintergrund vermutet – Neun Menschen kamen in Krankenhäuser

Hamburg – Ein Gasaustritt hat am Sonntag eine komplette Sperrung des Hamburger Flughafens ausgelöst. Der Flugbetrieb war mehr als eine Stunde lahmgelegt, teilte der Flughafen mit. Vermutlich sei Pfefferspray oder ein ähnliches Reizgas versprüht worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Man habe eine entsprechende Kartusche gefunden. Der Stoff habe sich über die Klimaanlage im Gebäude verteilt.

Etliche Menschen klagten über gesundheitliche Probleme, 68 wurden laut Feuerwehr untersucht, neun von ihnen kamen in Krankenhäuser. Man gehe nicht von einem Terroranschlag aus, hieß es von der Polizei, die nun auf Videoaufnahmen aus Überwachungskameras nach dem Sprayer sucht. Ermittelt werde unter anderem wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

Am Montag klagten erneut mehrere Beschäftigte einer Sicherheitsfirma über Unwohlsein und meldeten sich krank, teilte eine Flughafensprecherin mit. Die Feuerwehr war abermals im Einsatz und überprüfte die Lage und die Messwerte an der Sicherheitskontrolle für die Fluggäste. Dabei wurden keine Schadstoffe festgestellt. Betroffen waren 14 Personen, von denen eine in ein Krankenhaus gebracht wurde. Vorübergehend kam es vor der Sicherheitsschleuse zu Beeinträchtigungen und Wartezeiten.

Augenbrennen und Reizhusten

Hunderte Reisende hatten bereits am Sonntag bei winterlichen Temperaturen im Freien ausharren müssen. Am frühen Sonntagnachmittag konnten sie wieder zurück in das Gebäude. Die Zufahrten zum Flughafen wurden zeitweise gesperrt, auch der S-Bahn-Verkehr zum Flughafen war unterbrochen.

In der Kontrollstelle, in der Handgepäck und Fluggäste überprüft werden, habe es eine starke Geruchsbelästigung gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zahlreiche Reisende hätten über Augenbrennen, Übelkeit und Reizhusten geklagt. Die Feuerwehr richtete Behandlungsplätze für die Verletzten ein.

Von der vorübergehenden Sperrung des Flughafens waren am Sonntag insgesamt 13 Flüge betroffen. Zwei von ihnen seien nach Bremen umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin. Später seien die Maschinen wieder nach Hamburg zurückbeordert worden. Die übrigen Flugzeuge hätten entweder auf der Bahn warten oder in der Luft kreisen müssen. Am Flughafen Wien-Schwechat fiel laut dem Onlineportal des Airports der für 12.45 Uhr angesetzte AUA-Flug nach Hamburg sowie der für 16.40 Uhr angesetzte Flug von Hamburg nach Wien aus.

Keine Panik

Die Räumung des Flughafens lief nach Augenzeugenberichten ohne Panik ab. Das Gebäude der sogenannten Airport-Plaza enthält die zentrale Sicherheitskontrolle für die Fluggäste mit Kontrollstellen und Gepäckausgabe; sie schließt die Lücke zwischen den Terminals 1 und 2. Ein Großaufgebot von Rettungskräften war vor Ort.

Auch eine Reise des Präsidenten von Uruguay, Tabare Ramon Vazquez Rosas, verzögerte sich wegen der vorübergehenden Sperrung des Hamburger Flughafens. Der Präsident habe in seiner Maschine warten müssen, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hatte den Präsidenten am Freitag empfangen. (APA, 12.2.2017)

  • Vor dem gesperrten Hamburger Flughafen warteten zahlreiche Krankenwagen.
    foto: ap/axel heimken

    Vor dem gesperrten Hamburger Flughafen warteten zahlreiche Krankenwagen.

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