Schwere Wintersportunfälle in Westösterreich

12. Februar 2017, 10:39
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Rettungshubschrauber am Samstag in Tirol und Vorarlberg im Dauereinsatz

Innsbruck/Bregenz – Der erste Tag der Semesterferien war in den beiden westlichsten Bundesländern von einer Reihe besonders schwerer Wintersportunfälle gekennzeichnet. Eines der Opfer war ein siebenjähriger Bub, der nach einem Zusammenstoß bewusstlos im Schnee liegen geblieben war.

Das Kind war auf Skiern vom Hochjoch im Montafon abgefahren, hinter ihm war ein 59-Jähriger unterwegs. Oberhalb des Restaurants Kapell war es zur Kollision gekommen. Der Mann erlitt dabei einen Unterarmbruch, der Bub wurde ins LKH Bludenz geflogen, wo eine Gehirnerschütterung und eine Schlüsselbeinbruch diagnostiziert wurden.

Dort endete nach einem Rettungsflug auch für eine 38-jährige Belgierin der Skitag vorzeitig. Sie und ein 32 Jahre alter Snowboarder aus Deutschland hatten sich im Skigebiet Silvretta Montafon gekreuzt. Mehrere Rippenbrüche, ein Schulterblattbruch und Prellungen waren die Folgen eines Zusammenstoßes eines 56 Jahre alten Salzburgers und eines 38-jährigen Deutschen im Skigebiet Zillertal Arena auf einer rot markierten Skipiste. Der Salzburger musste ins Spital nach Schwaz geflogen und stationär aufgenommen werden.

Auch ein Rodler blieb von der Unfallserie nicht verschont. Vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit verlor ein 28-jähriger Deutscher auf der Rodelbahn "Löcher" in Bürserberg bei Bludenz in der drittletzten Kurve die Kontrolle und stürzte in einen angrenzenden Wald. Hier waren mehrere Wirbelfrakturen und der Bruch der linken Kniescheibe die schmerzlichen Folgen.

45-Jähriger von Schneebrettlawine mitgerissen

Am Sonntag erlitt ein Schwede bei einem Lawinenabgang in Obergurgl (Bezirk Imst) lebensgefährliche Verletzungen. Nach Angaben der Polizei fuhr der 45-Jährige mit einer Gruppe im freien Gelände ab, als sich ein Schneebrett löste. Die Schneemassen rissen den Freerider rund 300 Meter durch eine mit Felsen durchsetzte Rinne mit.

Die Begleiter fuhren zu dem Verschütteten ab und bargen ihn aus rund zwei Metern Tiefe. Er wurde nach der Erstversorgung durch das Team des Rettungshubschraubers "Martin 8" in die Innsbrucker Klinik geflogen. Dort wurde er auf der Intensivstation aufgenommen.

Mehr Glück hatte ein 29 Jahre alter Skitourengeher, der am Sonntag kurz vor Mittag am nordwestlichen Hang des Lobschild (2.445 Meter) in Silbertal (Bezirk Bludenz) von einer Lawine mitgerissen worden war, dabei aber unverletzt blieb. Der Mann konnte selbstständig ins Tal abfahren, teilte die Vorarlberger Polizei mit.

Deutscher bei Kollision auf Tiroler Skipiste schwer verletzt

Ein 57-jähriger Deutscher ist am Sonntag bei einer Kollision mit einem Niederländer (51) im Skigebiet Rastkopflift im Tiroler Außerfern schwer verletzt worden. Laut Polizei verlor der Urlauber nach dem Zusammenprall das Bewusstsein. Nachkommende Skifahrer leisteten Erste Hilfe.

Der 57-Jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Klinikum nach Garmisch-Partenkirchen in Deutschland geflogen. Dort wurde er intensivmedizinisch behandelt. Der Niederländer wurde von der Pistenrettung ins Tal gebracht, verweigerte laut Polizei aber ärztliche Hilfe. Die beiden Wintersporter hatten gegen 13.30 Uhr einen Steilhang befahren, als sich ihre Fahrtrouten kreuzten und es zur Kollision kam.

Ein 48-jähriger Skifahrer aus Salzburg ist am Sonntag verletzt worden, als er mit dem Band seines Skihelms an einem Sessellift der Hauser Kaibling-Bahnen hängengeblieben war. Dies teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Montag mit. Der Mann wurde nach rund 30 Meter vom Lift mitgeschleift, obwohl der Liftwart sofort den Notschalter betätigte. Der Verletzte wurde ins Schladminger Diakonissenkrankenhaus gebracht.

Der Urlauber war gegen 10.00 Uhr mit dem Sessellift an der Bergstation ausgestiegen. Da er kurz vor der Bergstation einen Skistock verloren hatte, wollte er diesen wieder holen und überstieg auf der Bergstation den Bereich zur Talfahrt. Dabei blieb sein Helmband an einer talwärts fahrenden Sesselgarnitur hängen. Laut Polizei drückte der Liftwart zwar den Notschalter, der den Betrieb unterbrechen sollte. Trotzdem wurde der Skifahrer vom Sessel rund 30 Meter mitgezogen und stürzte anschließend rund sechs Meter in steiles Gelände ab. Mitglieder der Bergrettung bargen den Skifahrer. (APA, 12.2.2017)

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