Xiaomi soll bald eigenen Smartphone-Prozessor vorstellen

14. Februar 2017, 09:37
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"Pinecone" soll mit Oberklasse konkurrieren – Vorstellung binnen eines Monats erwartet

Einige Klagen und ein angeblicher, temporärer Exklusivdeal mit Samsung bezüglich des nächsten Highend-Chips Snapdragon 835 haben dem US-Chiphersteller Qualcomm zuletzt nur wenige positive Schlagzeilen beschert. Tatsächlich sind einige Hersteller in den vergangenen Jahren dazu übergangen, vermehrt auf Produkte der Konkurrenz zu setzen oder gleich selber die Hardware zu entwickeln, die das Rückgrat der eigenen Smartphones und anderer Mobilgeräte bildet.

Nun soll auch der chinesische Elektronikriese Xiaomi davor stehen, ein erstes Handy zu veröffentlichen, das mit einem selbst entwickelten Chip läuft, schreibt das Wall Street Journal. Anzeichen für diese Entwicklung gibt es schon länger.

Vorzeichen

2014 hat Xiaomi bereits über eine Tochtergesellschaft namens Pinecone Electronics in den chinesischen Halbleiterhersteller Leadcore Technology investiert. Im Jahr darauf wurde schließlich erstmals über Bemühungen hinsichtlich eigener Chipentwicklung berichtet.

Ein Smartphone, der Budgetandroide Redmi 2A, wurde seitdem mit einem Leadcore-Chip bestückt. Laut dem jüngsten Bericht geht es Xiaomi aber nicht nur um Einsteigergeräte, sondern auch um die Oberklasse. Dort machen sich das Geschäft derzeit weitgehend Qualcomm und Samsung untereinander aus. Ernsthafte Konkurrenz gibt es bislang nur vom taiwanischen Erzeuger Mediatek, dessen Chips außerhalb Chinas aber fast nur in Einsteiger- und Mittelklassehandys zu finden sind.

Baldige Vorstellung erwartet

Xiaomis erster Chip soll den Namen "Pinecone" tragen und noch innerhalb eines Monats präsentiert werden. Am Mobile World Congress ist damit allerdings nicht zu rechnen, denn dort ist der Konzern heuer nicht vertreten.

Seit einiger Zeit wird berichtet, dass die Vorstellung des nächsten Flaggschiffs, Mi 6, bevorstehen soll. Zuletzt wurde Mitte März als möglicher Termin dafür kolportiert. Dass dieses Smartphone mit einem Pinecone-Prozessor laufen wird, ist aber als unwahrscheinlich anzunehmen. Verschiedene Quellen sprachen bisher konsistent von einem Snapdragon 835, wenn auch möglicherweise in einer gedrosselten Variante.

Inhouse-Entwicklung vorteilhaft

Mit Inhouse-Chipherstellung wäre Xiaomi nicht alleine. Neben Qualcomm-Prozessoren setzt Samsung auch auf die eigene Exynos-Reihe, die vereinzelt auch bei anderen Unternehmen verbaut wird. Fast vollständig auf eigene Hardware umgesattelt hat Huawei, dessen Tochter Hisilicon mit den Kirin-Prozessoren auch Flaggschiffe wie die P- und Mate-Smartphones ausstattet. Auch Apples iPhones laufen mit Chips, die in Cupertino entwickelt wurden.

Die Erzeugung eigener Prozessoren erfordert einen hohen infrastrukturellen Aufwand und setzt daher eine gewisse Firmengröße voraus. Dafür ermöglicht sie eine langfristig kostengünstigere Produktion und bessere Abstimmung zwischen Hardware und Software. (gpi, 14.02.2017)

  • Xiaomi soll bald einen ersten Smartphone-Chip aus eigener Erzeugung präsentieren.
    foto: reuters

    Xiaomi soll bald einen ersten Smartphone-Chip aus eigener Erzeugung präsentieren.

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