Mehrere Tote bei Erdbeben im Süden der Philippinen

11. Februar 2017, 09:52
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Mindestens sechs Menschen starben. Tausende Menschen auf Mindanao flüchten aus Angst vor Nachbeben und Tsunami

Manila – Bei einem Erdbeben der Stärke 6,7 sind im Süden der Philippinen mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und mehr als 100 verletzt worden. Darüber hinaus habe es in der Provinz Surigao del Norte am späten Freitagabend Stromausfälle gegeben, berichteten Behörden am Samstag. Mehrere Bauwerke, darunter zwei Brücken, seien einstürzt beziehungsweise beschädigt worden.

Vierjähriger Bub erschlagen

Das Beben erschütterte die Stadt Surigao auf der Insel Mindanao. Wie Provinzgouverneurin Sol Matugas dem Radiosender DZMM sagte, starb ein Mensch in seinem zusammengestürzten Haus. Andere Todesopfer, darunter auch ein vierjähriger Bub, wurden nach Behördenangaben von herunterfallenden Gegenständen erschlagen. Die 152.000-Einwohner-Stadt wurde die ganze Nacht lang von Nachbeben erschüttert, viele Menschen verbrachten die Nacht im Freien auf Parkplätzen und Feldern. Tausende verängstigte Bewohner flohen aus Angst vor einem Tsunami in höherliegende Gebiete.

Stromausfall

Nach Angaben der örtlichen Zivilschutzbehörde stürzten in Surigao mehrere Häuser ein, in der Stadt fiel zudem der Strom aus. Am Samstag durchsuchten Rettungskräfte die Trümmer, um mögliche Überlebende zu finden.

Viele Gebäude wurden durch den Erdstoß beschädigt, darunter auch ein zweistöckiges Einkaufszentrum. Auch eine Brücke stürzte ein, zwei weitere wurden beschädigt. Weil auch die Start- und Landebahn des Flughafens Schäden davontrug, mussten nach Angaben des Zivilschutzes Flüge umgeleitet werden. "Ich dachte, das Ende der Welt sei gekommen", sagte der Bewohner Carlos Canseco dem Fernsehsender ABS-CBN. Sogar der Asphalt auf der Straße sei aufgeplatzt.

Pazifischer Feuerring sorgt für häufige Beben

Die Philippinen liegen auf dem pazifischen Feuerring, an dem tektonische Erdplatten aneinander stoßen. Dies führt zu häufigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Im Oktober 2013 waren bei einem Beben der Stärke 7,1 mehr als 220 Menschen ums Leben gekommen, jahrhundertealte Kirchen wurden zerstört.

Die bisher schwerste Naturkatastrophe auf den Philippinen hatte sich 1976 ereignet. Ein Erdbeben samt Tsunami traf die Inseln Sulu und Mindanao, mindestens 5.000 Menschen wurden in den Tod gerissen. Die Flutwellen überschwemmten rund 700 Kilometer Küste und verwüsteten viele Orte. (APA, 11.2.2017)

  • Auch die Surigao City war vom Beben betroffen.
    foto: apa/afp/erwin mascarinas

    Auch die Surigao City war vom Beben betroffen.

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