Winzige Bestäuber-Drohnen könnten Bienen ersetzen

11. Februar 2017, 07:30
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Im Praxistest erwiesen sich die Fluggeräte mithilfe eines Spezialsgels als brauchbare Blütenstaub-Transporter

illustr.: eijiro miyako

Tsukuba – Was tun angesichts des Bienensterbens? Die Frage stellt sich nicht zuletzt in der Landwirtschaft, für die Bienen als Bestäuber unersetzlich sind. Eijiro Miyako vom japanischen Forschungsinstitut AIST hat nun eine technische Alternative entwickelt, die auf seine zehn Jahre alten Forschungen über ein klebriges Spezialgel zurückgehen: Wie er mit Kollegen im Fachblatt "Chem" berichtet, haben sie eine kleine Drohne mit der Substanz ausgestattet, das tatsächlich erfolgreiche Bestäubungen vornahm.

Während bei den Bienen feine Härchen auf der Körperoberfläche für den Pollentransport verantwortlich sind, übernimmt bei den rund vier Zentimeter großen, Quadrocoptern von Miyako und seinem Team ein ionisches Gel, das mittels elektrostatischer Effekte den Blütenstaub aufnehmen und wieder abgeben kann, diese Aufgabe. Zusätzlich wurden die Drohnen mit Pferdehaar ausgestattet, was für eine größere Oberfläche und mehr elektrostatische Aufladung sorgen sollte.

foto: eijiro miyako
Die handelsüblichen Minidrohnen wurden auf der Unterseite mit Pferdehaar versehen, das mit einem Spezialgel beschichtet war.

Brauchbare Bestäuber

Im ferngesteuerten Versuch mit Lilien erwies sich der künstliche Bienenersatz als durchaus brauchbar: Im Unterschied zu Drohnen, die die Forscher zum Vergleich ohne dem Spezialgel von Blüte zu Blüte fliegen ließen, gelang die Bestäubung der Lilien mithilfe der Gel-bewährten Fluggeräte ohne Probleme.

Dass die Drohnen tatsächlich die Bienen ersetzen können, bleibt allerdings zweifelhaft. Die Forscher sind dennoch von ihrem Potenzial überzeugt: "Wir glauben, dass Roboter-Bestäuber trainiert werden könnten, um durch globale Positionierungssysteme und künstliche Intelligenz Bestäubungswege zu erlernen", meint Miyako.
(tasch, red, 11.2.2017)

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