Piëch kommt nicht zum VW-U-Ausschuss

10. Februar 2017, 20:24
14 Postings

Ex-VW-Aufsichtsratschef will nicht auf Angebot einer öffentlichen Anhörung eingehen

Berlin – Der frühere Volkswagen -Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will sich nicht vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Aufklärung des Dieselskandals äußern. Sein Mandant denke nicht daran, "das, was als angebliche Inhalte der Vernehmungen kolportiert wird, seinerseits öffentlich zu kommentieren", erklärte Piëchs Anwalt Gerhard Strate. Deshalb werde Piëch auch nicht auf das Angebot einer öffentlichen Anhörung vor dem Ausschuss eingehen. Piëch habe im April 2016 der Anwaltskanzlei Jones Day Auskunft über seine Kenntnisse zur Abgasaffäre gegeben und diese Angaben in einer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft Braunschweig am 16. Dezember wiederholt. Auskünfte seien allein an diese Parteien gerichtet gewesen und nicht an die Medien. Piëch habe volles Vertrauen in den Aufklärungswillen der Staatsanwaltschaft.

Medienberichten zufolge soll Piëch bei der Staatsanwaltschaft Vorwürfe gegen Mitglieder des VW-Aufsichtsrats erhoben haben. Demnach will der Österreicher Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis erhalten haben, dass VW ein großes Problem in den USA habe, weil das Unternehmen mit einer Software Abgaswerte manipuliere. Darüber habe Piech auch das Aufsichtsratspräsidium und den damaligen Konzernchef Martin Winterkorn unterrichtet. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der im VW-Aufsichtsrat sitzt, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, er und andere Aufsichtsräte seien schon sechs Monate vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Skandals über Abgasmanipulationen informiert gewesen.

Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses zum Abgasskandal, Herbert Behrens (Linke), hatte angekündigt, Piëch befragen zu wollen. Dort hatte jüngst auch Winterkorn ausgesagt und jede Verantwortung für den Dieselskandal von sich gewiesen. (APA, 10.2.2017)

Share if you care.