TBA21: Francesca Habsburg leiht Prag ab 2018 Teile der Sammlung

    10. Februar 2017, 17:52
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    Gut 100 Werke sollen von Prager Nationalgalerie im Palais Salm gezeigt werden – Derzeit kein Statement zu Folgen für Augarten-Standort

    Wien/Prag – Francesca Habsburg wird Teile ihrer Kunstsammlung als Leihgabe für zumindest fünf Jahre an die Prager Nationalgalerie geben. Von Juni 2018 an sollen über 100 der wichtigsten Werke der Kollektion im Nationalgalerie-Standort Palais Salm gezeigt werden, hieß es gegenüber der APA. Den entsprechenden Vertrag unterzeichneten am Freitag TBA21-Chefin Habsburg und Jiri Fajt, Direktor der Nationalgalerie.

    Neben den Arbeiten im Palais Salm sollen auch einige Großinstallationen und -interventionen im Messepalast zu sehen sein, der ebenfalls zur Nationalgalerie gehört. Prag habe der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA21) "einen sehr spannenden Vorschlag" unterbreitet, heißt es aus dem Habsburg-Büro. Das heißt für TBA21-Gründerin Francesca Habsburg nicht zwingend, dass die Ausstellungstätigkeit in Wien eingestellt wird: "TBA21 ist offen für eine Diskussion über die Möglichkeit, künftig Ausstellungen in Wien zu organisieren", unterstrich eine Sprecherin gegenüber der APA.

    Zuerst hatte "profil online" von einem Abzug der Sammlung nach Prag berichtet. Fix sei, dass das Büro, von dem aus Habsburgs Kunstaktivitäten organisiert werden, in Wien verbleibt. Ein offizielles Statement zu den möglichen Auswirkungen der Prag-Entscheidung auf den jetzigen TBA21-Standort im Wiener Augarten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Der Vertrag über die Nutzung der jetzigen TBA21-Räumlichkeiten läuft bekanntermaßen mit Ende des heurigen Jahres aus. "TBA21 ist mehr als eine Sammlung geworden, es ist eine Pionierunternehmung, die es geschafft hat, nie ihre Schärfe zu verlieren", so Francesca Habsburg in einer Aussendung am Freitagabend: "Der Hauptsitz von TBA21 wird in Wien bleiben, von wo aus die großen internationalen Programme organisiert werden, die sich von Indien über die USA, von Island bis Kolumbien erstrecken."

    Noch im Vorjahr hatte Habsburg, die zuvor mangelnde Unterstützung in Wien beklagt und mit dem Abzug der Kollektion Richtung Zürich gedroht hatte, den Verbleib in der Donaumetropole erklärt. "Das ist nicht der richtige Moment, Österreich zu verlassen", so Habsburg im vergangenen Juni. (APA, 10.2.2017)

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