Elke Büdenbender, Ehefrau des nächsten deutschen Präsidenten

Kopf des Tages12. Februar 2017, 10:00
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Deutsche First Lady scheut das Rampenlicht

Wenn am Sonntag Frank-Walter Steinmeier zum neuen deutschen Bundespräsidenten gewählt wird, dann ist das eigentlich eine Wahl im Doppelpack. Nicht dass irgendjemand auch für die künftige First Lady – wie die Frau des Staatsoberhaupts immer noch etwas angestaubt genannt wird – votieren würde. Aber der Job, dessen Anforderungsprofil eigentlich nicht näher definiert ist, wird natürlich bei der Wahl mitvergeben. Nämlich an Elke Büdenbender.

Wie die Ehefrau von Steinmeier ihre Rolle im Berliner Schloss Bellevue anlegen wird, ist noch offen. Man kann aber davon ausgehen, dass nicht sonderlich viel Bettina Wulff drinstecken wird. Denn Büdenbender hat das Rampenlicht bisher gescheut, sie ist sehr zurückhaltend und hält das Privatleben unter Verschluss.

Büdenbender, geboren 1962, stammt aus Nordrhein-Westfalen. Wie Steinmeier kommt sie aus kleinen Verhältnissen, sie war in ihrer Familie die Erste, die studierte – und zwar im hessischen Gießen, wo auch Steinmeier Jus studierte. Über deren Kennenlernen ist nichts Spektakuläres bekannt. Wie man sich halt so kennenlernt, sagte Büdenbender später einmal.

Geheiratet wurde 1995, da war Steinmeier schon beim damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Gerhard Schröder, in der Staatskanzlei Hannover tätig.

Apropos: Schröder lobt Büdenbender in den höchsten Tönen. Eine "klasse Frau" sei sie, "selbstbewusst, intelligent, einfach toll". 1996 bekamen sie und Steinmeier Tochter Meret. Als diese in Berlin zur Schule ging, holte die Mutter sie oft mit dem Mountainbike ab. Zum zehnten Hochzeitstag wollte sie eigentlich seinen Namen annehmen. Aber dann wurde Steinmeier Außenminister, und Büdenbender lehnte "fremde Lorbeeren" doch ab.

Dass es auch eine "Frau Steinmeier" gibt, erfuhr die Öffentlichkeit 2010. Damals brauchte sie eine neue Niere, sie bekam diese vom Ehemann gespendet. Während Steinmeier als Außenminister um die Welt flog, arbeitete seine Frau am Berliner Verwaltungsgericht. Dort wollte sie zunächst auch als "Frau Bundespräsidentin" bleiben, laut Spiegel lässt sie sich nun aber doch von ihrem Job beurlauben.

So zurückhaltend Büdenbender auch ist – eines regt sie auf: wenn ihr Mann als langweilig bezeichnet wird. Denn: "Wer um Mitternacht von einer Auslandsreise nach Hause kommt und dann bis zwei Uhr mit der Tochter Ikea-Regale aufbaut, kann doch nur ein toller Typ sein." (Birgit Baumann, 12.2.2017)

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    foto: apa/dpa/hannibal hanschke
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