Endspiel eins von 16 für Burgenländer

10. Februar 2017, 17:04
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Neo-Mattersburg-Coach Baumgartner: "Schauen nur auf uns" – Schlusslicht will aktiver als im Herbst auftreten – Foda hat personell die Qual der Wahl

Mattersburg/Graz – Neo-Trainer Gerald Baumgartner hat beim SV Mattersburg eine schwere Mission übernommen. Vier Punkte fehlen dem Schlusslicht vor dem Frühjahrsstart in der Fußball-Bundesliga auf das "rettende Ufer". Im Heimspiel der 21. Runde am Samstag gegen Herbstmeister Sturm Graz sollte daher am besten gleich etwas Zählbares herausschauen. Die drittplatzierten Grazer waren aber 2016 extrem auswärtsstark.

"Gegen wen wir starten, ist egal. In unserer Situation gibt es ohnehin keinen leichten Gegner. Wir nehmen es, wie es ist, und freuen uns schon", sagte Baumgartner. Der Blick seines Teams ist nicht auf die Tabelle gerichtet. "Wir schauen nur auf uns, müssen zuerst einmal unsere Punkte machen", sprach Baumgartner vor dem ersten von "16 Endspielen" Klartext.

Acht Ausfälle bei den Burgenländern

Mit den Grazern treffe man auf eine Truppe, die einen überragenden Herbst hinter sich habe. "Sie haben jede Position zwei- oder dreifach besetzt, es wird keine leichte Aufgabe", ist sich Baumgartner bewusst. Bei seiner Elf habe in der Vorbereitung vieles gepasst. "Meisterschaft ist aber immer was anderes", weiß der Salzburger, der eine lange Ausfallsliste hat. Stürmer Patrick Bürger ist einer von acht Akteuren, die zum Auftakt nicht einsatzfähig sind.

Die Zielsetzung ändert sich dadurch aber nicht. "Es wäre besonders wichtig, wenn wir jetzt schon Punkte machen könnten. Wir werden alles reinhauen, damit die drei Punkte in Mattersburg bleiben", erklärte Baumgartner. Gutes Arbeiten gegen den Ball und ein aktiveres Auftreten als im Herbst sollen die Burgenländer auf die Siegerstraße führen.

Maierhofer wohl gesetzt

Für die nötigen Tore soll Stefan Maierhofer sorgen. Der 2,02-Meter-Mann ist durch den Bürger-Ausfall an vorderster Front wohl gesetzt. "Stefan hat uns in den Trainings überzeugt, der Major hat gute Chancen", verriet Mattersburgs Coach. Der Ex-England-Legionär strotzt voller Tatendrang. "Wir müssen dem Gegner klarmachen, dass ihm hier nichts geschenkt wird", forderte Maierhofer. Die restlichen beiden Zugänge Cesar Ortiz und David Atanga haben vorerst wohl etwas schlechtere Karten. "Sie sind im Verein sehr gut integriert, müssen aber auf dem Platz noch besser integriert werden", erklärte Baumgartner.

Bei den Grazern wird voraussichtlich kein einziger Neuer beginnen, die laut Foda aber zumindest "Thema für Kurzeinsätze" sind. Der eine oder andere könnte gar den Sprung in den 18-Mann-Kader verpassen. "Alle Spieler haben in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet, alle sind konzentriert und fokussiert für das Match. Sehr erfreulich ist auch, dass es keine Verletzungen gibt. Da kommen harte Entscheidungen auf mich zu", sagte Sturms Trainer.

Foda lobt den Gegner

Der Deutsche verlängerte am Freitag seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2019 und beendete damit rechtzeitig vor dem Frühjahrsstart die Zukunftsdiskussionen. Die Burgenländer ließ er genauestens beobachten. "Sie sind besser geworden. Gerald Baumgartner hat eine klare Idee. Mattersburg legt jetzt mehr Wert auf Ballbesitz, geht auch sehr gut ins Gegenpressing. Besonders achten müssen wir auf die zweiten Bälle", analysierte Foda. Im Training habe man nach Lösungen gesucht. "Wichtig wird es sein, wie wir uns bewegen", betonte Foda.

In der Fremde gewann sein Team im Herbst sieben von zehn Spielen, kassierte dabei zudem nur sechs Gegentore. Für die Grazer spricht auch, dass sie in Frühjahrs-Auftaktspielen zuletzt siebenmal ungeschlagen blieben, seit einem Heim-1:3 gegen Kapfenberg 2009. Nicht überraschend wäre ein Unentschieden, von bisher 46 direkten Ligaduellen endeten 20 ohne Sieger. Davon auch zwölf von 23 Partien im Pappelstadion. Dort haben die Mattersburger zwölf ihrer bisher 14 Saisonpunkte geholt. (APA, 10.2.2017)

Mögliche Aufstellungen:

SV Mattersburg – SK Sturm Graz (Mattersburg, Pappelstadion, Samstag, 18.30 Uhr, SR Jäger). Bisherige Saisonergebnisse: 0:2 (h), 2:2 (a)

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic, Rath, Novak – Erhardt, Jano – Atanga, Perlak, Röcher – Maierhofer

Ersatz: Böcskör – Mahrer, Maksimenko, Sprangler, Fran, Ertlthaler, Grgic, Varga, Templ

Es fehlen: Bürger (gesperrt), Dolezal, Farkas, Pink, Ibser, Seidl, F. Lovric, Hawlik (alle verletzt bzw. im Aufbautraining)

Sturm: Gratzei – F. Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Piesinger, Jeggo – Hierländer, Horvath, Schmerböck – Alar

Ersatz: Lück – Potzmann, Schoissengeyr, S. Lovric, Ovenstad, Atik, Huspek, Zulechner

Es fehlen: Keine

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