Tschechin Koukalova sprintet zu Gold

10. Februar 2017, 16:13
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Silber an Deutsche Dahlmeier, Bronze an Französin Chevalier – Österreichs Hoffnung Lisa Hauser nach einem Schießfehler 23.

Hochfilzen – Die Tschechin Gabriela Koukalova ist am Freitag in Hochfilzen zu ihrem ersten Biathlon-WM-Einzeltitel gestürmt. Die Weltcup-Titelverteidigerin triumphierte bei strahlendem Sonnenschein vor der Deutschen Laura Dahlmeier (+ 4,0 Sek.). Dritte wurde die Französin Anais Chevalier (25,1). Lisa Theresa Hauser kam nicht über Platz 23 hinaus, im Gegensatz zu den Top sechs unterlief ihr ein Schießfehler.

Hauser "ganz zufrieden"

Der Tirolerin fehlten vor 9.100 Fans nach der Strafrunde im Liegendanschlag und mittelmäßiger Laufleistung 1:16,9 Minuten auf die Siegerin. "Der Fehler darf bei mir im Sprint nicht passieren. Ich habe in der Spur nicht ganz den besten Tag erwischt, es war nicht so leicht zu laufen heute. Aber sonst bin ich ganz zufrieden", sagte Hauser. Sie hoffe nun, sich in der Verfolgung am Sonntag noch verbessern zu können. "In der Verfolgung geht natürlich noch was nach vorne, wenn man gut schießt."

Auch ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner glaubt im Jagdrennen (10 km) mit viermaligem Schießen am Sonntag an einen Sprung nach vorne. "Ich bin auf alle Fälle zuversichtlich, sie kann sich nach vorne orientieren." Die drei anderen ÖSV-Läuferin hatten noch deutlich mehr Rückstand als die Lokalmatadorin. Dunja Zdouc (1 Strafrunde) belegte Rang 47. Katharina Innerhofer (2) ist als 60. gerade noch für die Verfolgung qualifiziert. Fabienne Hartweger (4) enttäuschte als 83. völlig.

17. Weltcupsieg für Koukalova

Fehlerfrei am Schießstand und auch noch pfeilschnell war hingegen Koukalova bei ihrem 17. Weltcupsieg unterwegs. "Es ist unglaublich. Ich habe bis zum Schluss nicht geglaubt, dass ich stark genug bin, um Laura noch zu schlagen", meinte die Tschechin, die sich am Sonntag einen Splitter aus dem entzündeten Daumen entfernen lassen musste.

Die 27-Jährige ist seit dem Vorjahr mit dem Badmintonspieler Petr Koukal verheiratet. Unter ihrem Mädchennamen Soukalova hatte sie zuvor bereits WM-Silber 2015 über 15 km und zwei Mixedmedaillen erobert.

Faire Silbermedaillengewinnerin

Dahlmeier, am Donnerstag mit Deutschland Mixed-Siegerin, verpasste ihre nächste WM-Goldene nur knapp. "Ich ärgere mich gar nicht, es war ein Top-Rennen von mir. Gabi war einfach ein bisschen besser als ich. Am Sonntag ist alles möglich", sagte die 23-jährige Verfolgungs-Titelverteidigerin, die von Tausenden Landsleuten angefeuert worden war.

Auch der zweite Wettkampftag wurde wieder von einer Dopingschlagzeile überschattet. Nach der Polizeirazzia im Quartier der Kasachen am Mittwochabend mit dem Fund von doping-verdächtigen Materialien war es diesmal die Suspendierung der Russin Jekaterina Glasyrina, die in den russischen Staatsdopingskandal verwickelt ist. Ihre kurzfristig nominierte Ersatzfrau Irina Uslugina belegte im Sprint als Beste ihres Teams Rang 15. (APA, 10.2.2017)

Damen-Sprint vom Freitag:

1. Gabriela Koukalova (CZE) 19:12,6 Minuten (0 Schießfehler) – 2. Laura Dahlmeier (GER) 4,0 Sekunden zurück (0) – 3. Anais Chevalier (FRA) +25,1 (0) – 4. Lisa Vitozzi (ITA) 25,3 (0) – 5. Federica Sanfilippo (ITA) 31,9 (0) – 6. Vanessa Hinz (GER) 37,9 (0) – 7. Marie Dorin Habert 42,8 (1) – 8. Anastasiya Kuzmina (SVK) 44,0 (1) – 9. Celia Aymonier (FRA) 53,9 (1) – 10. Anastassija Merkuschina 55,3 (0). Weiter: 23. Lisa Theresa Hauser 1:16,9 Minuten (1) – 47. Dunja Zdouc 1:55,7 (1) – 60. Katharina Innerhofer 2:18,5 (2) – 83. Fabienne Hartweger (alle AUT) 3:09,9 (4)

Weltcup-Gesamtwertung (nach 16 von 26 Bewerben): 1. Dahlmeier 723 Punkte – 2. Koukalova 712 – 3. Kaisa Mäkäräinen (FIN) 666 – 4. Dorin Habert 636 – 5. Dorothea Wierer (ITA) 486 – 6. Chevalier 441. Weiter: 14. Hauser 337 – 69. Zdouc 23 – 74. Christina Rieder (AUT) 20 – 75. Hartweger 20 – 78. Julia Schwaiger (AUT) 18

Sprint-Weltcup (6/9): 1. Koukalova 286 – 2. Mäkäräinen 280 – 3. Dahlmeier 248. Weiter: 16. Hauser 111 – 67. Zdouc 10 – 70. Rieder 7

  • Nur vier Sekunden entschieden zu Gunsten der Tschechin Gabriela Koukalova.
    foto: apa/barbara gindl

    Nur vier Sekunden entschieden zu Gunsten der Tschechin Gabriela Koukalova.

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