Anna Veith verzichtet auf Start in der WM-Abfahrt

11. Februar 2017, 15:01
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Stephanie Venier stattdessen als vierte ÖSV-Läuferin neben Nicole Schmidhofer, Christine Scheyer und Ramona Siebenhofer für die Entscheidung am Sonntag nominiert

St. Moritz – Anna Veith verzichtet freiwillig auf ein Antreten in der WM-Abfahrt am Sonntag in St. Moritz. "Mir ist wichtig, dass von unserem Team die besten – die Ladies, die richtig viel Abfahrtskilometer in den Beinen haben, für Österreich um die Medaillen kämpfen können", schrieb die Salzburgerin auf Facebook.

Sie habe alles probiert, aber sie sei noch nicht so weit, teilte die kurz vor Jahreswechsel von einer schweren Knieverletzung zurückgekehrte Veith. "Die Sprünge sind noch zu viel für mein Knie, deshalb konzentriere ich mich jetzt voll auf den Riesentorlauf und trainiere die nächsten Tage dafür." Die Abfahrts-Vizeweltmeisterin von 2015 schickte noch Genesungswünsche an die am Knie verletzte Schweizerin Lara Gut.

Statt Veith wurde Stephanie Venier als vierte ÖSV-Starterin nominiert. Weiters starten am Sonntag für Österreich Nicole Schmidhofer, Christine Scheyer und Ramona Siebenhofer. Abfahrtscoach Roland Assinger ist sich der Problematik von Qualifikationsrennen bewusst. "Ich bin ein gebranntes Kind, was die Quali betrifft. Ich bin in meiner ganzen Karriere nur Qualifikationen gefahren, das saugt brutal aus und dann fehlt dir im Rennen der letzte Kick, weil du immer unter Strom stehst. Das wollten wir vermeiden."

Assinger traut den vier ÖSV-Damen einiges zu. Alle vier hätten das Potenzial, vorne mitzufahren, sagte der Ex-Rennläufer und heutige Abfahrts-Chef aus Kärnten. "Steffi Venier hat eine sehr gute Form und sich auch im Super-G sehr gut präsentiert, war bis zu ihrem Fehler sogar Erste", sagte ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum.

Nachdem das Samstagtraining der Damen zunächst von 14.00 Uhr auf 9.30 Uhr vorverlegt worden war, wurde es wegen der Wetteraussichten und der Priorität der schlussendlich wegen anhaltenden Nebels abgesagten Herren-Abfahrt – für viele etwas überraschend – abgesagt. Nach der Herrenpiste musste nämlich auch die Damen-Strecke erst im Laufe des Tages vom Neuschnee befreit werden.

Leichte Sorgen bereitet Assinger die Wetterprognose für Sonntag: "Viel hängt hier vom Wetter ab. Es wird eine hohe Bewölkung geben und die Sicht wird schlecht sein. Aber mit Sonnenfenstern. Also gehört ein bissl Glück dazu. Das hat man auch vor einem Jahr beim Sieg von Mirjam Puchner hier gesehen. Sie hat damals das Fenster gut ausgenutzt. Ich bin gespannt, wie es diesmal wird."

Assinger glaubt, dass das gesamte Team von Schmidhofers Goldfahrt im Super-G profitieren könne: "Ihre Fahrt war weltmeisterlich. Man kann sich vor allem die Körpersprache und die Entschlossenheit am Tag X abschauen. Dass sie Weltmeisterin ist, hat für die ganze Gruppe einen Schub nach vorne ergeben." (APA; 10.2.2017)

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