Naher Zwergstern besitzt Grundbausteine des Lebens

11. Februar 2017, 20:45
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Astronomen vermuten Parallelen zu Prozessen, die auch aus unserer Erde eine lebensfreundliche Welt machten

Los Angeles – Eine gängige Theorie besagt, dass die Erde nach ihrer Geburt zunächst eine weitgehend trockene Kugel war. Erst durch die Kollision mit anderen Objekten im jungen Sonnensystems trafen nach und nach jene Bestandteile auf unserem Planeten ein, die Leben erst ermöglicht haben, darunter vor allem Kohlenstoff, Stickstoff und Wasser.

Nun ist ein Team von internationalen Forschern einem Stern auf die Spur gekommen, in dessen näheren Umfeld ebenfalls die für das Leben so wichtigen Komponenten reichlich vorhanden sind. Der Weiße Zwergstern WD 1425+540 im Sternbild Bärenhüter liegt in rund 200 Lichtjahren Entfernung und verfügt sogar in seiner äußeren Atmosphäre über diese chemischen Bestandteile.

Die Astronomen entdeckten rund um WD 1425+540 Hinweise auf einen früher vorhandenen kleinen Exoplaneten. Die Umlaufbahn dieses Objektes dürfte vermutlich durch den gravitativen Einfluss eines weiteren Exoplaneten so weit gestreckt worden sein, dass der kleine felsige Himmelskörper im Verlauf der vergangenen 100.000 Jahre zu nahe an seinen Heimatstern geriet und von ihm schließlich auseinander gerissen wurde. Dabei nahm der Stern auch jene nun festgestellten chemischen Komponenten auf.

Prozesse wie in unserem Sonnensystem

Die Messungen ergaben, dass der zerstörte Exoplanet zu etwa 30 Prozent aus Wasser oder Eis bestand und damit den Kuipergürtel-Objekten unseres eigenen Sonnensystems glich, also jenen Brocken, die der Erde das Wasser gebrachten haben dürften. Das wiederum würde bedeuten, dass dort ähnliche Prozesse stattfinden, die auch unserer planetaren Heimat ihre heutige Zusammensetzung verliehen hat.

"Unsere Beobachtungen deuten daher an, dass einige der Grundlagen für die Entstehung von Leben möglicherweise im Kosmos viel weiter verbreitet sind als gedacht", meint Benjamin Zuckerman (University of California in Los Angeles), Koautor der in den "Astrophysical Journal Letters" erschienen Studie. (red, 11.2.2017)


Abstract
The Astrophysical Journal Letters: "The Chemical Composition of an Extrasolar Kuiper-Belt-Object."

  • In einem rund 200 Lichtjahre entfernten Sternsystem könnten ähnliche Prozesse wie in unserem Sonnensystem Planeten mit den Bausteinen des Lebens versorgt haben.
    illustr.: university of warwick

    In einem rund 200 Lichtjahre entfernten Sternsystem könnten ähnliche Prozesse wie in unserem Sonnensystem Planeten mit den Bausteinen des Lebens versorgt haben.

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