Urteil gegen Gina-Lisa Lohfink rechtskräftig

10. Februar 2017, 14:09
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Das Urteil wegen falscher Verdächtigungen wurde bestätigt. Der Fall erregte vergangenen Sommer viel Aufsehen

Berlin – Das Urteil gegen das Model Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigungen ist rechtskräftig. Das Berliner Kammergericht verwarf am Freitag im wesentlichen die Revision der 30-Jährigen und bestätigte den Schuldspruch des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten. Lediglich die Höhe der Geldstrafe muss neu verhandelt werden.

Eine andere Abteilung des Amtsgerichts wird nun über die Höhe der Tagessätze entscheiden, die Zahl von 80 Tagessätzen hat laut Urteil vom Freitag aber Bestand. Lohfink verließ das Gericht nach knapp eineinhalbstündiger Verhandlung zusammen mit ihrem Anwalt Burkhard Benecken kommentarlos über einen Hinterausgang. MedienvertreterInnen warteten vergeblich auf ein Statement. In der Urteilsbegründung hatte Richter Ralf Fischer den Verteidiger ungewöhnlich deutlich gerügt. Ihm wäre es möglich gewesen, seine Mandantin vor sich selbst zu schützen.

Laut Gericht einvernehmlicher Sex

Die 30-jährige Lohfink war im vergangenen August vom Amtsgericht Tiergarten zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt worden. Sie hatte angegeben, im Juni 2012 von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein. Dafür sah das Gericht keine Hinweise. Laut Urteil hatte Lohfink bewusst gelogen, der Sex mit beiden Männern sei einvernehmlich gewesen. Das Kammergericht sah das nicht anders und bescheinigte der damaligen Richterin eine sorgfältige Arbeit.

Die Höhe der Tagessätze muss neu verhandelt werden, weil das Kammergericht für das angenommene Einkommen von Lohfink keine ausreichende Grundlage sah. Die Tagessätze werden nach Einkommen berechnet.

Polarisierender Prozess

In der Verhandlung sagte Lohfink in ihrem Schlusswort: "Ich will, dass alles ein Ende hat." Die Menschen seien nicht alle gut zu ihr. "Die, die mich nicht mögen, sollen mich einfach in Ruhe lassen."

Der Prozess hatte deutschlandweit Aufsehen erregt und polarisiert. Die einen sahen das Model als Vorkämpferin für die Rechte von Frauen, andere vermuteten eine inszenierte Tränenshow. Im Revisionsprozess wurden keine neuen Beweise erhoben und keine ZeugInnen gehört. Das Urteil wurde nur auf Rechtsfehler untersucht. (APA/dpa, 10.2.2017)

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