Harald Martenstein: Hier spricht der Kolumnist

14. Februar 2017, 13:35
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Der sehr gefragte und vielschreibende Kolumnist widmet sich dem allgemeinen Geschlechterunverständnis

Man mache sich keine Illusionen. Beziehungsweise: Man lasse sich die hehren Illusionen mit dem Hammer zerschlagen. Denn: Das Schwierigste überhaupt in der Literatur ist nicht das Langatmige, nicht der Tausendseitenroman. Sondern die Kurzstrecke. Und am schwierigsten überhaupt die Glosse, die Kolumne.

Deshalb kommt man da auch nur auf eine Handvoll Großmeister, von Alfred Polgar bis zu Harry Rowohlt selig. In Berlin sehr gefragter und vielschreibender Kolumnist (Die Zeit, Tagesspiegel, NDR) ist Harald Martenstein, geboren 1953. Geschlecht und Jahrgang sind wichtig. Weil er sich in Männer und Frauen in 17 etwas schwankenden Kolumnen allgemeinem Geschlechterunverständnis widmet. Wieso aber muss Martenstein als Vorleser so klingen wie Harry Rowohlt an seinen schwächeren Tagen? Da zieht er an den Vokalen und zerrt die Konsonanten in die Länge, dass es eine Unfreud' ist. Er kann auch normal. Und dann erweisen sich seine Texte als gewitzt, ironisch und fein pointiert. (Alexander Kluy, Album, 14.2.2017)

  • Harald Martenstein, "Männer und Frauen. 17 Versuche über einen großen Unterschied". € 11,20 / 74 Min. Aufbau-Audio, Berlin 2016
    foto: aufbau audio

    Harald Martenstein, "Männer und Frauen. 17 Versuche über einen großen Unterschied". € 11,20 / 74 Min. Aufbau-Audio, Berlin 2016

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