Puls-4-Redaktion findet Auflagen für Übernahme von ATV sehr gelungen

10. Februar 2017, 09:58
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"Durch Auflagen wird Pluralität zweifelsfrei sichergestellt und bleiben", heißt es

Wien – Die Redaktion von Puls 4 zeigt sich hoch erfreut über die Auflagen, die Mutterkonzern ProSiebenSat1Puls4 und ATV-Verkäufer Herbert Kloiber mit der Wettbewerbsbehörde für die Übernahme von ATV ausgehandelt und Donnerstag veröffentlicht haben. Sie sind Bedingung für eine Übernahme ohne Kartellgerichtsverfahren.

"Durch diese Auflagen wird Pluralität, insbesondere in der TV-Information, zweifelsfrei sichergestellt und bleiben", heißt es in einem Freitag veröffentlichten "offenen Brief" der Puls-4-News-Redaktion ohne Adressaten. Die Auflagen würden "gleichermaßen den Fortbestand sowie die Unabhängigkeit der ATV Aktuell Redaktion garantieren".

Werner Sejka, Redakteurssprecher, erklärt in der Aussendung: "Wir unterstützen Auflagen, die den geschätzten Kolleginnen und Kollegen von ATV Aktuell im Genehmigungsfall garantieren, mit Personal, Budget, Sendezeit und einer eigenen Nachrichtensendung weiter arbeiten zu können! Wir möchten zudem betonen, dass wir Medien- und Meinungsvielfalt als eine der Grundsäulen der Demokratie sehen. Durch diese Auflagen wird Pluralität, insbesondere in der TV-Information, zweifelsfrei sichergestellt und bleiben. Wir freuen uns – so das Verfahren genehmigt wird – weiterhin über einen Wettbewerb unserer jeweiligen Redaktionen!"

"Frei von jeglichem Einfluss"

Puls 4 sei zudem "ein österreichisches Medium und die PULS 4 News bieten Ihren Seherinnen und Sehern eine eigenständige, journalistisch ausgerichtete, österreichische Information in jeweils 13 Nachrichten-Sendungen pro Tag". Die Redaktion sei "eine unabhängige, österreichische Nachrichtenredaktion innerhalb eines österreichischen Medienunternehmens. Die Redakteurinnen und Redakteure arbeiten frei von jeglichem Einfluss, insbesondere des deutschen Eigentümers, und werden ausschließlich von journalistischen Kriterien geleitet."

Offenbar an den ORF und seinen Chef Alexander Wrabetz "appelliert" die Redaktion in der Aussendung, dass "öffentlich-rechtlichen Finanzierung mit dem Einsatz für eine möglichst große und unabhängige Medien- und Meinungsvielfalt im Land einhergehen" sollte. ORF-General Wrabetz twitterte zuletzt zur Übernahme vom "TV-Anschluss".

"Etwaige Annahmen, die Puls 4-News Redaktion wäre von Seiten der Konzernmutter beeinflussbar, entbehren jeder Grundlage und sind daher zurückzuweisen. Tatsächlich gab es noch kein einziges Mal auch nur den Versuch einer Intervention des Eigentümers."

Das Puls-4-Redaktionsstatut sichere "Kolleginnen und Kollegen gegen jegliche Form der Beeinflussung ab", heißt es in dem "offenen Brief".

Die ATV-Journalisten warnten zuletzt in einem offenen Brief an Medienpolitiker und Behörde vor einem "spürbaren Verlust an kritischer Öffentlichkeit", würde die ATV-Redaktion bei einem Verkauf nicht abgesichert. Die Auflagen der Wettbewerbsbehörde versuchen dies mit einer Reihe von Regelungen, mehr hier. (red, 10.2.2017)

Reaktion

Werner Sejka, Betriebsratsobmann von Puls 4, teilte mit, er finde die Dachzeile "Jubel" und das Verb "begeistert" im Titel treffe nicht den Tenor seiner Aussendung. Wir kommen dieser Anregung gerne nach, ebenso seinem Hinweis, dass die Presseabteilung von Puls 4 unsere Illustration mit Moderator Fabian Kissler "nicht gut" findet. (fid)

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