Einreisestopp: Trump sieht sich durch europäische Studie bestätigt

9. Februar 2017, 21:57
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10.195 Bürger aus zehn EU-Ländern zu Migration aus vornehmlich muslimischen Ländern befragt

Brüssel – US-Präsident Donald Trump sieht sich in seiner umstrittenen Entscheidung über einen Einreisestopp für Bürger aus sieben muslimisch geprägten Ländern offenbar durch eine Umfrage in zehn EU-Staaten bestätigt.

Der Präsident hatte am Mittwoch (Ortszeit) über den Kurznachrichtendienst Twitter auf einen Artikel auf der Website des Senders NBC hingewiesen, in dem über eine Studie des britischen Forschungsinstituts Chatham House berichtet wurde. In der Überschrift des Artikels heißt es: "Studie: Mehrheit in führenden EU-Ländern unterstützt Reiseverbot nach Trump-Art".

In der im Internet abrufbaren Studie wurden 10.195 Bürger aus zehn EU-Ländern nach ihrer Einstellung zu der Aussage befragt: "Alle weitere Migration aus vornehmlich muslimischen Ländern sollte gestoppt werden." Nach einem Einreiseverbot wird nicht gefragt. Die Studie wurde zwischen dem 12. Dezember und 11. Januar erhoben, also vor Amtsantritt Trumps und seinem am 27. Januar verfügten Einreisestopp.

Der Erhebung zufolge stimmten in Polen mit 71 Prozent die meisten Befragten der Aussage zum Migrationsstopp zu. In Österreich waren es 65 Prozent, in Belgien und Ungarn je 64 sowie in Frankreich 61 Prozent. In Deutschland betrug die Zustimmung 53 Prozent, während 28 Prozent der Befragten keine Meinung dazu hatten und 19 Prozent die Aussage ablehnten. Die geringsten Zustimmungswerte fand die Aussage in Spanien (41 Prozent).

Nach Angaben der Forscher stimmten in allen zehn Ländern vor allem Ältere der vorgegeben Aussage zu. Auch Personen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss, Befragte außerhalb der Ballungszentren und Menschen, die sich nach eigenen Angaben in der Gesellschaft abgehängt fühlten, gehören demnach zu denjenigen, die sich für einen Migrationsstopp bei Muslimen aussprachen. (Reuters, 9.2.2017)

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