Celerina/Schlarigna

Kolumne9. Februar 2017, 21:04
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Natürlich ist St. Moritz mit Abstand der bekannteste Ort im Oberengadin. Er gilt als Wiege des Wintersports und des Wintertourismus, als Luxusdestination, als Schauplatz zahlreicher gewöhnlicher und vor allem ungewöhnlicher Sportveranstaltungen. Zum fünften Mal steigen hier die Alpinen Skiweltmeisterschaften. Und St. Moritz ist der einzige Schweizer Ort, der jemals Olympische Spiele ausgerichtet hat (Winter 1928 und 1948). Aber dass die anderen Orte im Oberengadin vergleichsweise unbekannt sind, ist auch nicht ganz fair. So liegt nicht nur ein Teil der berühmten Bobbahn in St. Moritz' nordöstlichem Nachbarort Celerina/Schlarigna, sondern auch der Cresta Run. Der Eiskanal ist Schauplatz der dem Skeleton ähnlichen Cresta-Rennen. Und wer mit der Rhätischen Bahn auf der Albulalinie (Unesco-Weltkulturerbe) nach St. Moritz reist, der hält zuerst in Celerina/Schlarigna. Natürlich werden auch in der 1500-Einwohner-Gemeinde Sport und Tourismus großgeschrieben. Aber Celerina/Schlarigna hat noch eine Attraktion. Und die muss sich der Ort nicht mit St. Moritz teilen. Unterhalb der romanischen Kirche San Gian auf mehr als 1700 Metern Seehöhe befindet sich Europas höchstgelegener Fußballplatz.

Und wegen dieser Höhenlage ist der Sportplatz San Gian ein beliebter Trainingsort. Der Hamburger SV, der Schweizer Serienmeister FC Basel und auch die Schweizer Nationalmannschaft haben hier schon Trainingscamps abgehalten. Der ortsansässige FC Celerina freilich ist auf dem Boden geblieben, er spielt in der zweituntersten Liga. Und wo spielt St. Moritz? Nirgends. Einen Fußballklub hat der mondäne Ort nämlich nicht. (Birgit Riezinger, 9.2.2017)

  • So nah und auch nicht so fern: St. Moriz und Celerina.
    foto: reuters/arnd wiegmann

    So nah und auch nicht so fern: St. Moriz und Celerina.

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