Erpressung via Internet: Fast elf Jahre Haft in Amsterdam gefordert

9. Februar 2017, 17:44
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38-Jähriger soll junge Mädchen zu Nacktaufnahmen verleitet haben – Zusammenhang mit Selbstmord einer Kanadierin

In einem Aufsehen erregenden Fall von Internet-Erpressung verlangt die niederländische Anklagebehörde eine hohe Haftstrafe: In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwältin am Donnerstag in Amsterdam zehn Jahre und acht Monate Haft für den 38-jährigen Angeklagten, weil er Dutzende Mädchen zu Nacktaufnahmen verleitet und die Teenager dann damit erpresst haben soll.

Der Angeklagte Aydin C. gab sich laut Anklage im Internet als junge Frau aus und baute ein Vertrauensverhältnis zu 34 Mädchen auf. Anschließend habe er sie dazu gebracht, nackt vor der Webcam zu posieren. Seine Opfer stammten demnach unter anderem aus Großbritannien, den USA, Norwegen und Kanada. Der Niederländer habe die Mädchen dann mit den Aufnahmen erpresst, um sie zu sexuellen Handlungen vor laufender Kamera zu zwingen.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er war 2013 nach einem Hinweis des Online-Netzwerks Facebook festgenommen worden.

Aydin C. soll auch in den Suizid der 15-jährigen Kanadierin Amanda Todd im Jahr 2012 verwickelt sein. Die Jugendliche hatte in einem millionenfach angeklickten YouTube-Video geschildert, wie sie nach der Veröffentlichung eines Nacktfotos im Netz gemobbt wurde. Wenige Wochen später nahm sie sich das Leben.

Ein Gericht in Amsterdam entschied im Juni, den Angeklagten nach dem Prozess in den Niederlanden zur weiteren Strafverfolgung nach Kanada auszuliefern. (APA, 9.2.2017)

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