Somalier und EU erfreut über Ausgang von Präsidentenwahl

9. Februar 2017, 17:02
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55-jähriger Expremier gewann Wahl unter demokratisch fragwürdigen Umständen, gilt aber als Hoffnungsträger

Mogadischu – In den Straßen waren Schüsse zu hören und die Rufe nach Käse. "Farmaajo", eine verballhornte Version des italienischen "formaggio", ist der Rufname des neuen Präsidenten von Somalia, der mit bürgerlichem Namen Mohamed Abdullahi Mohamed heißt. Die Schüsse, die durch Mogadischu hallten, waren Ausdruck der Freude – denn die Erinnerung vieler Somalier an die Zeit zwischen 2010 und 2011, als der in den USA ausgebildete Farmaajo Premier war, sind großteils positiv. Eine Seltenheit in dem von Bürgerkrieg und Korruption geplagten Land.

Zudem kam seine Wahl am Mittwochabend auch eher überraschend: Eigentlich hatte der amtierende Präsident Hassan Sheikh Mohamud als Favorit unter den 21 Kandidaten gegolten. Dies auch deshalb, weil man ihm die größten finanziellen Möglichkeiten zugesprochen hatte, die 329 Abgeordneten zu bestechen, die sich zur Wahl in einer Halle des Flughafens versammelt hatten.

Schwere Last

Doch letztlich wog die Korruptionslast zu schwer, die er und seine Regierung in der Zeit seit der letzten Wahl im Jahr 2012 angesammelt hatten. Mohamud zog sich bereits nach der zweiten von drei Wahlrunden zurück, als klar wurde, dass er gegen Farmaajo keine Chance haben würde.

Über die Wahl des 55-Jährigen zeigten sich auch die Geberländer erfreut. Die USA nannten das Votum einen "Schritt vorwärts", die EU mahnte zum Kampf gegen die Korruption. (mesc, 9.2.2017)

  • Freude in Mogadischu über den Wahlsieg Farmaajos.
    foto: reuters

    Freude in Mogadischu über den Wahlsieg Farmaajos.

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