Syrien: Drei türkische Soldaten bei russischem Luftangriff getötet

9. Februar 2017, 17:20
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Putin spricht Erdoğan Beileid aus

Damaskus – Bei einem russischen Luftangriff in Syrien sind drei türkische Soldaten getötet worden. Die türkischen Streitkräfte teilten am Donnerstag mit, drei ihrer Soldaten seien "versehentlich" getötet und weitere elf verletzt worden, als ein russisches Flugzeug ein Gebäude bombardiert habe.

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdoğan nach dem Vorfall in einem Telefonat sein Beileid aus.

Die russische Luftwaffe hatte Ziele des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) nahe der Stadt Al-Bab angegriffen. Die Türkei und Russland wollen nach Angaben des türkischen Militärs nun gemeinsam untersuchen, wie es dabei zu den Opfern auf türkischer Seite kam.

Putin und Erdoğan für Genfer Gespräche

Nach Angaben des russischen Präsidialamts haben Putin und Erdoğan auch vereinbart, die Friedensgespräche für Syrien in Astana und Genf voranzutreiben. Außerdem seien die russisch-türkischen Konsultationen im März in Russland vorbereitet worden.

Die türkische Armee belagert seit Wochen die syrische Stadt Al-Bab, die von der Jihadistenmiliz IS kontrolliert wird. In den vergangenen Tagen gab es heftige Kämpfe um die Stadt, bei denen bereits zehn türkische Soldaten getötet wurden. Bei ihrer Offensive wird die türkische Armee von der russischen Luftwaffe ebenso wie von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt.

Die Regierung in Ankara hatte den USA vorgeworfen, sie bei der Offensive auf Al-Bab im Stich zu lassen. Die USA hatten jedoch entgegnet, dass der Einsatz nicht mit ihnen abgesprochen gewesen sei. Ankara hatte daher Russland um Unterstützung gebeten. Seit Jänner fliegen aber auch Flugzeuge der Anti-IS-Koalition gelegentlich Angriffe auf IS-Stellungen in der Nähe der Stadt. (APA, AFP, 9.2.2017)

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