Neuer CIA-Direktor Pompeo zu Besuch in Ankara

9. Februar 2017, 15:37
2 Postings

Syrien-Konflikt und Auslieferung von Gülen auf der Agenda

Ankara/Athen – Für den "Weißen Palast", wie der enorme Amtskomplex des türkischen Präsidenten im Land allgemein genannt wird, war es ein Zeichen großer Wertschätzung: Die neue rechtsnationalistische US-Regierung schickte ihren CIA-Direktor auf seiner ersten Auslandsreise nach Ankara. Michael Pompeo traf am Donnerstagnachmittag in der türkischen Hauptstadt ein, 36 Stunden nach dem ersten Telefongespräch zwischen Donald Trump und dem türkischen Staatspräsidenten Tayyip Erdoğan.

Pompeo besuchte zunächst den Chef des türkischen Geheimdiensts MIT, Hakan Fidan. Der trat seit Monaten schon nicht mehr in der Öffentlichkeit auf. Fidans Rolle beim vereitelten Staatsstreich im Juli vergangenen Jahres ist weiterhin ungeklärt. Pompeo, ein rechtsgerichteter Republikaner, sollte später auch von Erdoğan empfangen werden.

Streitsache Gülen

Auf der Wunschliste der türkischen Führung an die USA steht zum einen die Auslieferung des 77-jährigen Predigers Fethullah Gülen, zum anderen ein gemeinsamer Sturm auf die IS-Hochburg Raqqa in Syrien sowie das Ende der Waffenhilfe für die syrischen Kurden.

Erdoğan traf Trump 2012 bei der Eröffnung der Trump Towers in Istanbul, einem Wohn- und einem Büroturm, die von der österreichischen Architektin Brigitte Weber entworfen worden waren. Trump und Erdoğan teilen ihren rechtspopulistischen Politikstil und den Hang zu Verschwörungstheorien. Trumps islamophobe Bemerkungen während des Wahlkampfs und seine – später teilweise eingelöste – Ankündigung eines Einreiseverbots für Muslime veranlassten Erdoğan, die Aberkennung des Namens "Trump" bei den Wolkenkratzern in Istanbul zu fordern.

Erdoğan erwähnte das Thema jedoch nicht mehr, als er glaubte, mit Trump einen weit mehr entgegenkommenden US-Präsidenten zu haben als mit dessen Vorgänger Barack Obama. (Markus Bernath, 9.2.2017)

    Share if you care.