Chefs haben kaum Zeit für Zukunftsfragen

10. Februar 2017, 11:54
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Hernstein-Umfrage: Die meisten Führungskräfte rechnen mit schrittweiser Veränderung des Geschäftes – das Vertrauen in externe Berater ist nicht hoch

Der Hernstein Management Report fragt Führungskräfte in Österreich und Deutschland (insgesamt über 1500), wie sie sie sich strategisch auf die Zukunft einstellen. Trotz all der aktuellen und zu erwartenden Umbrüche und Disruptionen bleiben die Chefs demnach "gelassen": Die Mehrheit der Befragten (66 Prozent) schätzt die Bedeutung ihrer Produkte oder Dienstleistungen auch für die Zukunft hoch ein.

Sie erwarten, dass sich das Geschäftsmodell eher schritt- als sprungweise verändern wird und ihr Unternehmen in zehn Jahren noch mit denselben Dingen oder Services Geld verdienen wird wie heute.Auf die Frage, welche Trends Märkte, Unternehmen und Gesellschaft am meisten beeinflussen, nennt die Mehrheit der Führungskräfte die Themen Digitalisierung und Vernetzung durch IT und Kommunikationstechnologien. 72 Prozent meinen, dass sie dieser Trend in Zukunft betreffen wird.

Die Ergebnisse sagen aber auch: Mehr als ein Viertel der befragten Führungskräfte misst dem Trend zur Digitalisierung keine oder wenig Relevanz für die eigene Geschäftstätigkeit bei.

Kaum Zeit für Zukunft

Grundsätzlich widmen sich Führungskräfte gerne der Strategiearbeit: 63 Prozent haben Spaß an der Arbeit an Zukunftsthemen. 57 Prozent schreiben sich selbst ausreichend Kompetenz und Wissen für diese Aufgabe zu.

Allein, es fehlt die Zeit: Nur 43 Prozent geben an, ausreichend Zeit für Zukunftsthemen zu haben. 45 Prozent wünschen sich mehr Zeit für strategische Fragen. Die meisten Führungskräfte sind sich bei der Umsetzung von Strategien in den Arbeitsalltag der Unterstützung ihres Umfeldes sicher.

Sie vertrauen vor allem auf das eigene Team und den direkten Vorgesetzten. Mit der vollen Unterstützung beim Einsatz für strategische Ziele durch andere Abteilungen rechnen auffallend weniger Führungskräfte. 61 Prozent der Führungskräfte bauen auf die Hilfe der Kolleginnen und Kollegen "von nebenan." Hier zeigen Silos und Gräben im Organigramm ihre Wirkung, so die Studienautoren.

Externe Dienstleister und Beratungsunternehmen sind in diesem Punkt nur für etwas mehr als die Hälfte der Befragten eine wichtige Stütze. Zwölf Prozent wollen sich gar nicht auf externe Partner verlassen. 37 Prozent sagen "Teils teils". (red, 10.02.2017)

  • Die Mehrheit der Führungskräfte hat "Spaß an der Arbeit an Zukunftsthemen".  Die meisten sagen aber, sie hätten dafür kaum Zeit.
    foto: ap

    Die Mehrheit der Führungskräfte hat "Spaß an der Arbeit an Zukunftsthemen". Die meisten sagen aber, sie hätten dafür kaum Zeit.

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