Nazi-Raubgemälde an Erben des Kunstsammlers Stern übergeben

    9. Februar 2017, 11:51
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    Italienische Kunstgalerie verzichtet freiwillig auf Besitzansprüche

    Montreal – Die Erben des von den Nazis ins kanadische Exil gezwungenen jüdischen Kunsthändlers Max Stern haben mit Hilfe der US-Justiz ein Raubkunstwerk aus dem 17. Jahrhundert zurückerhalten. Wie die Max-und-Iris-Stern-Stiftung in Montreal am Mittwoch mitteilte, erfolgte die Rückgabe im New Yorker Museum of Jewish Heritage.

    Die US-Bundespolizei spürte das Gemälde des niederländischen Malers Jan Franse Verzijl, "Junger Mann als Bacchus", demnach bei der Turiner Kunstgalerie Luigi Caretto auf. Diese hatte das Bild zum Verkauf bei der New Yorker Spring Masters-Kunstmesse im Mai 2015 angeboten.

    Die italienische Galerie habe sich sehr großzügig gezeigt, indem sie freiwillig auf ihre Ansprüche auf das 1936 von den Nazis geraubte Bild verzichtete, erklärte die Stiftung. Es ist bereits das 16. Kunstwerk, das der Stiftung zurückgegeben wurde. Diese kämpft seit ihrer Gründung im Jahr 2002 für die Rückgabe von Sterns Sammlung. Die von der Concordia-Universität in Montreal geleitete Stiftung arbeitet mit der dortigen McGill-Universität und der Hebräischen Universität Jerusalem zusammen.

    400 Werke zu Schleuderpreisen

    Der jüdische Kunsthändler Stern (1904-1987) war 1937 von den Nazis zur Schließung seiner Galerie in Düsseldorf und zum Verkauf seiner mehr als 400 Gemälde zu Schleuderpreisen gezwungen worden, bevor er über Großbritannien nach Kanada ins Exil ging. In beiden Ländern wurde er bei seiner Ankunft in Lagern interniert. In Montreal gründete er die Galerie Dominion, lange Zeit eine der angesehensten des Landes. Die meisten Gemälde aus Sterns Besitz befinden sich nach Angaben des Stiftungsleiters Clarence Epstein in Deutschland. (APA, 9.2.2017)

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