Schilddrüsenknoten: Gut und böse erkennen

9. Februar 2017, 11:55
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Eine Ultraschall basierte Methode soll die Diagnostik verbessern – die Zahl der Operationen könnte dadurch reduziert werden

Ein Gefühl wie bei einem Kloß im Hals, ein Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang – große Schilddrüsenknoten können sich auf unterschiedliche Art bemerkbar machen. Etwa jeder dritte Erwachsene hat Knoten in der Schilddrüse, die Herausforderung für Ärzte besteht darin, bösartige von gutartigen Wucherungen unterscheiden zu können, denn diese diagnostische Differenzierung ist maßgeblich für die Therapiewahl – noch immer werden viele Schilddrüsenknoten operiert. Eine Multicenter-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) macht Hoffnung auf eine operationsfreie Diagnose. Sie zeigt, dass Ultraschall als bildgebendes Verfahren gemeinsam mit einer Ultraschall-basierten Messung der Gewebeelastizität, der Strain Elastografie (SE), die differenziertere Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten deutlich verbessert.

Ärzte setzen zur Diagnose von Verwachsungen in der Schilddrüse den medizinischen Ultraschall als bildgebendes Verfahren ein. Um Patienten für einen möglicherweise darauf folgenden chirurgischen Eingriff besser zu selektieren, werden nicht-invasive diagnostische Verfahren – wie die ultraschallbasierte Strain Elastografie – immer weiter optimiert.

Mit der neuen Studie wollten die Ultraschall-Experten herausfinden, welchen Stellenwert diese Methode bei der Differenzierung von Schilddrüsenknoten hat. Das Ergebnis: In der Untersuchung wurden 90 Prozent der Knoten korrekt als gutartig erkannt, wenn Ultraschall und Elastografie gemeinsam angewendet wurden. "Damit könnte die Zahl der diagnostischen Operationen zukünftig reduziert werden", sagt Jörg Bojunga, Leiter der Schwerpunkte Diabetologie/Endokrinologie und Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt.

Von außen einschätzen

Bösartiges Tumorgewebe sei weniger elastisch als gutartiges, daher könne mit Hilfe der Elastografie besser differenziert werden, um welche Gewebeart es sich genau handele, so Bojunga. Damit ist es auch gezielter möglich, Patienten zu identifizieren, die einer weiteren Diagnostik wie der Feinnadelpunktion zugeführt werden müssen.

Für die Studie wurden 602 Patienten mit 657 Schilddrüsenknoten (567 davon gutartig, 90 bösartig) an sieben deutschen Zentren für Innere Medizin untersucht. Die Knoten der Erkrankten waren jeweils größer als fünf Millimeter. Die Teilnehmer der Studie erhielten zusätzlich zu einer Ultraschall-Untersuchung inklusive Farbduplex-Ultraschall auch eine Strain Elastografie. Die Untersuchungen wurden von Medizinern durchgeführt und ausgewertet, die viele Erfahrungen mit beiden Methoden haben.

Die gute Nachricht: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Knoten bösartig sind, ist gering. Schilddrüsenkrebs ist in Deutschland eine seltene Tumorerkrankung. Und wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird, gelten die Heilungschancen als sehr gut. "Menschen mit gutartig diagnostizierten Schilddrüsenknoten sollten einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung gehen", empfiehlt Experte Bojunga. (idw/red, 9.2.2017)

Originalstudie:

Evaluation of Strain Elastography for Differentiation of Thyroid Nodules: Results of a Prospective

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