Influenza: Zweitniedrigste Impfrate in dieser Saison in Österreich

9. Februar 2017, 10:27
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Nur 5,35 Prozent der Bevölkerung ließen sich gegen die Influenza schützen – 2014/2015 waren es 5,22 Prozent

Wien – Es ist offenbar kein Wunder, dass die Influenza in der Saison 2016/2017 in Österreich einen derartigen "Durchmarsch" gefeiert hat. Laut den Zahlen des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH) haben sich nur 5,35 Prozent der Menschen gegen die Virus-Grippe immunisieren lassen. Das ist der zweitniedrigste Wert in der jüngeren Vergangenheit nach 5,22 Prozent in der Saison 2014/2015.

Vergangene Woche wurden in Wien noch immer rund 12.600 Neuerkrankungen infolge von Influenza oder grippalen Infekten registriert. Den Gipfel gab es in dieser Influenza-Saison laut dem Grippemeldedienst der Bundeshauptstadt in der ersten Kalenderwoche mit 19.700 errechneten Fällen.

Österreichs Impfmuffelmentalität

Die Influenza-Welle war in ganz Österreich früher und stärker als in den vergangenen Jahren hochgeschwappt. Laut dem Wiener Impfspezialisten und Tropenmediziner Herwig Kollaritsch hätte der in dieser Saison verwendete Impfstoff gegen die Influenza praktisch perfekt "gepasst", um Krankheiten zu verhindern. Die in der Vakzine enthaltenen Antigene von A(H1N1)-, A(H3N2)-Viren und einem Stamm der Influenza B-Erreger entsprachen genau den grassierenden Virustypen, wobei weit über 90 Prozent der Erkrankungen durch A(H3N2)-Viren hervorgerufen wurden.

Die Chance auf den Schutz wurde heuer offenbar verpasst – wobei auch in den vergangenen zehn Jahren immer wieder die an sich schon niedrigen Influenza-Durchimpfungsraten von Experten beklagt wurden. In der Allgemeinbevölkerung wurde in Österreich in der Influenza-Saison 2006/2007 mit einer Durchimpfungsrate von 15,36 Prozent laut dem Verband der österreichischen Impfstoffhersteller der höchste Wert erzielt.

Seither ging es fast ständig bergab: 2007/2008: 12,91 Prozent, 2010/2011: 7,84 Prozent; 2011/2012: 8,25 Prozent; in der darauffolgenden Saison waren es nur noch 7,35 Prozent. 2013/2014 ließen sich gar nur 5,22 Prozent der Österreicher gegen die Influenza immunisieren. 2014/2015 waren es 6,45 Prozent und 2015/2016 dann 6,97 Prozent. (APA, 9.2.2017)

  • In Österreich wurde in der Influenza-Saison 2006/2007 mit einer Durchimpfungsrate von 15,36 Prozent der höchste Wert erzielt.
    foto: apa/ralf hirschberger

    In Österreich wurde in der Influenza-Saison 2006/2007 mit einer Durchimpfungsrate von 15,36 Prozent der höchste Wert erzielt.

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