Infineon sieht große Hindernisse bei Kauf von US-Firma Wolfspeed

9. Februar 2017, 08:08
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USA sehen ihre nationale Sicherheit bedroht – Fast abgeschlossene Übernahme wackelt wieder

Deutschlands größter Chipkonzern Infineon räumt unerwartet große Probleme bei der geplanten Übernahme der US-Firma Wolfspeed ein. Das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) als ressortübergreifender Genehmigungsausschuss der US-Regierung habe Infineon informiert, dass das Kaufvorhaben ein Risiko für die nationale Sicherheit der USA darstelle, teilte Infineon am Mittwoch mit.

Vor diesem Hintergrund besteht nach Ansicht von Infineon, die auch in Österreich eine große Tochter haben, ein "substanzielles Risiko", dass die anvisierte Übernahme nicht in der vereinbarten Form vollzogen werden kann. Infineon werde weiterhin mit CFIUS eng zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden, die die Bedenken ausräumen könnten.

Keine Störfeuer erwartet

Infineon-Chef Reinhard Ploss hatte noch in der vergangenen Woche gesagt, dass er für die fast abgeschlossene Übernahme des Chipspezialisten vom amerikanischen LED-Hersteller Cree nicht mit Störfeuern auf den letzten Metern rechne. Er ging davon aus, dass der Deal im laufenden Quartal unter Dach und Fach gebracht wird.

Infineon hatte im vergangenen Sommer die Übernahme von Wolfspeed für 850 Millionen Dollar (800 Mio. Euro) angekündigt; mit Hilfe des US-Herstellers wollen die Bayern ihre Position als Zulieferer für Elektroautos und den Mobilfunk ausbauen. Die Expertise der rund 550 Mitarbeiter und die Anlagen von Wolfspeed sollen etwa beim Bau kleinerer und effizienterer Ladegeräte für E-Autos helfen. (APA, 9.2.2017)

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