Erneut Türken nach Griechenland geflüchtet

8. Februar 2017, 20:03
6 Postings

Familie will wegen befürchteter Repressalien Asyl beantragen

Athen/Ankara – Wegen befürchteter Repressalien in der Türkei haben sich erneut sechs Türken nach Griechenland abgesetzt und Asylanträge angekündigt. Wie die griechische Polizei am Mittwoch mitteilte, handelt es sich um zwei Geschäftsmänner mit ihren Ehefrauen und weiteren Familienangehörigen. Sie wurden demnach aufgegriffen, als sie auf dem Grenzfluss Evros in einem Plastikboot unterwegs waren.

Die Gruppe gab an, vor der Repression in der Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch im vergangenen Sommer geflohen zu sein. Für die Überfahrt hätten sie pro Person 1000 Euro bezahlt. Zwei mutmaßliche Schlepper wurden festgenommen.

Vorwürfe nach Putsch

Ein griechischer Grenzpolizist sagte, seit dem Putschversuch hätten etwa hundert türkische Staatsangehörige heimlich die Grenze im Evrosgebiet überquert, unter ihnen viele Akademiker.

Die Türkei hatte Ende Jänner Haftbefehle gegen acht türkische Offiziere ausgestellt, die sich unmittelbar nach dem Scheitern des Militärputsches vom 15. Juli per Hubschrauber nach Griechenland abgesetzt hatten. Kurz zuvor hatte der Oberste Gerichtshof in Griechenland eine Auslieferung der Militärs in die Türkei abgelehnt. Ankara wirft den Offizieren vor, an dem Umsturzversuch beteiligt gewesen zu sein, was diese bestreiten.

Auch in Deutschland beantragten türkische Soldaten Asyl. Zur Begründung erklärten sie, bei ihrer Rückkehr in die Türkei könnten sie als angebliche Putschisten inhaftiert werden. (APA, 8.2.2017)

Share if you care.