Flyniki: Jobgarantie aber teilweises Pendeln für Mitarbeiter

8. Februar 2017, 18:37
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Air-Berlin-Partner Etihad verliert an Schwung

Schwechat – Die Mitarbeiter der österreichischen Noch-Air-Berlin-Tochter Niki Luftfahrt (Flyniki) können durchatmen. Nachdem ein Teil der Flugzeuge nach Deutschland verlagert wird und die Mitarbeiter einen massiven Arbeitsplatzabbau befürchtet haben, gab es heute eine Jobgarantie vom Management, wie die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) am Mittwoch mitteilte.

Allerdings müssen die Beschäftigten teilweise nach Deutschland pendeln. "Betriebsrat und Geschäftsführung werden (...) ein gemeinsames Entsendemodell für die Einsätze in Deutschland erarbeiten", sagte Niki-Betriebsratsvorsitzender Stefan Tankovits.

Nur über Österreich

Vereinbart wurde des Weiteren, dass keine Personalmaßnahmen ohne Mitsprache des Betriebsrats gesetzt werden. Neueinstellungen werden nur über Niki in Österreich erfolgen. "Besonders wertvoll für die Kolleginnen und Kollegen ist außerdem das Commitment der Geschäftsführung, eine den Mitarbeitern erträgliche Regelung zu erstellen, was die Dienstpläne und Umlaufplanungen betrifft", betonte Tankovits.

Auch bei der arabischen Fluglinie Etihad sind die Zeiten des rasanten Wachstums vorbei. Die Zahl der Passagiere habe 2016 bei 18,5 Millionen gelegen – ein Plus von sechs Prozent, teilte Etihad am Mittwoch mit. Es ist der kleinste Zuwachs seit sieben Jahren. Im Jahr 2015 stieg die Zahl der Reisenden noch um 17 Prozent.

Die staatliche Fluglinie leidet ähnlich wie die größeren Rivalen Emirates und Qatar Airways darunter, dass Ölkonzerne wegen der niedrigen Rohstoffpreise nicht mehr so viel Personal um die Welt schicken. Zudem verderben die Anschläge weltweit Touristen die Lust auf Flugreisen. Gleichzeitig sorgen die niedrigen Notierungen auch bei den Besitzern der Airlines für neue Sparsamkeit.

Herrscherfamilien sparen

Die Öl- und Gaseinnahmen, die den Herrscherfamilien in Abu Dhabi, Dubai und Katar bisher einen extrem großen finanziellen Spielraum bescherten, sprudeln nicht mehr so üppig wie früher.

Etihad rechne deshalb mit einem weiteren schwierigen Jahr und werde vorsichtig expandieren, sagte Konzernchef James Hogan, der noch heuer zurücktritt. Der Australier stand nicht nur wegen des langsamen Wachstums unter Druck, sondern auch wegen einer im Nachhinein verfehlten Europastrategie. Mit Beteiligungen an verlustträchtigen Airlines wie Air Berlin oder Alitalia versenkte Etihad Milliarden. (APA, 9.2.2017)

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