IS beansprucht Anschlag vor Kabuler Gericht für sich

8. Februar 2017, 15:07
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Terrormiliz hatte in Afghanistan bisher vor allem Schiiten im Visier

Kabul – Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamiert den blutigen Anschlag vor dem Obersten Gerichtshof Afghanistans für sich. Dabei waren am Dienstagnachmittag in der Hauptstadt Kabul mindestens 21 Zivilisten getötet und mehr als 40 verletzt worden. In einer am Mittwoch über einen IS-Kanal verschickten Botschaft heißt es, der Selbstmordattentäter sei ein Mann namens Abu Bakr al-Tajiki gewesen.

Er habe einen Sprengstoffgürtel in einer Gruppe von Richtern und Mitarbeitern des Gerichts gezündet. Dabei seien 60 "Abtrünnige" getötet oder verletzt worden. Die "ketzerischen" Urteile der Richter seien ein Dienst für die "Kreuzfahrer", der nicht ohne "harte Strafe" bleibe, besagte die Botschaft der Terrormiliz weiter.

Taliban zunächst im Verdacht

Die radikalislamischen Taliban hatten sich nicht zu der Tat bekannt. Ihnen waren bisher fast alle Angriffe auf die Justiz zugerechnet worden. 2016 hatten sie sich zu 16 Angriffen auf Gerichte, Richter und Justizmitarbeiter bekannt, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Uno-Bericht zu den zivilen Opfern des Krieges.

Der IS hat sich bisher vor allem auf Anschläge gegen die Mitglieder der schiitischen Minderheit im Land konzentriert. Seine Zelle in Kabul hatte zuletzt im November bei einem Angriff auf eine schiitische Moschee mindestens 28 Menschen getötet und Dutzende verletzt. (APA, 8.2.2017)

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